Damit der Traum vom Server nicht zum Albtraum wird?

Dieses Thema im Forum "Diskussion" wurde erstellt von GerFisch, 21. Mai 2015.

  1. GerFisch
    Offline

    GerFisch

    Registriert seit:
    8. Oktober 2012
    Beiträge:
    271
    Ort:
    Die Weite See
    Minecraft:
    GerFisch
    Die Idee für den Beitrag habe ich bekommen, nachdem ich aus Spaß mal wieder auf einen kleineren und neueren Server gejoint bin, worauf mich ein völlig aufgelöst wirkender Nachwuchsowner gefragt hat, warum denn keine Spieler auf seinen Servers kommen...
    Er mag vielleicht Vielen ähnlich zu diversen anderen Beiträgen erscheinen, aber dieser Eindruck sollte mit dem Lesen vergehen.

    Bei Spielen mit Onlinemodus ist es ein häufiges Problem:
    Solange das Spiel als Geheimtipp zählt, wünscht man sich häufig, dass man den Spielspaß mit möglichst vielen anderen Spielern teilen kann.
    Doch der negative Nebeneffekt bei immer mehr Spielern zeigt sich in sinkendem Niveau.
    Genause bei Minecraft. Immer mehr kurzlebige Server überschwemmen die Serverlisten, gehen kurz später offline und werden doch nicht weniger.
    Schuld daran ist häufig ein schlechtes Konzept, mangelnder Teamzusammenhalt, fehlende Erfahrung und häufig, wie es einem vorkommt, auch der ein erschreckender Mangel an Gehirnnutzung, allerdings sind auch finanzielle Gründe nicht zu vergessen.

    Ich glaube nicht, dass dieser Thread von Leuten gelesen wird, denen er helfen könnte, aber er stellt eine gute Möglichkeit da, Erfahrungen und Meinungen zu bündeln und bei Bedarf zu verlinken.
    Dazu werde ich einfach einmal mit meiner Meinung zum Aufbau eines neuen Servers beginnen. Man sollte sich nicht täuschen, zu bedenken ist mehr, als selbst von denen erwartet, die schon gute Server am Laufen halten.

    Was für einen Server am wichtigsten ist, ob nun Team, Konzept, Map oder Hardware?
    Alles davon ist wichtig, doch nicht alles muss zu Perfektion gebracht werden, um einen guten Server zu eröffnen.


    Planung und Konzept
    Zu Anfang wäre es schlau, einen Stift und ein Stück Papier, oder aber eine Textdatei bereit zu halten, um grundsätzliche Fragen für sich selbst oder mit seinem Team zu klären. Das ist der Anfang des Konzepts und der erste Schritt, der für einen Server nötig ist.
    Zu grundliegenden Fragen für jeden Server gelten im engeren Rahmen:
    ... Premium oder Cracked?
    ... welche Spiel- und daraus resultierend welche Serverversion?
    ... welche Server-Modifikation: CraftBukkit, Spigot, Forge, keine?
    ...

    Aber auch:
    ... arbeite ich alleine oder im Team?
    ... wie viel Geld und Zeit bekomme ich zusammen?
    ... was erwarte ich von einem guten Server?
    ... was erwarte ich von meinem eigenen Server?
    ... wie stehen meine Erfolgschancen und wie erhöhe ich sie?
    ... wo finde ich Hilfe, wenn ich welche brauche?
    ...

    Solche Fragen sind recht schnell beantwortet, sind aber vor Serverstart und nach Serverstart mit etwas Mühe jederzeit änderbar. Man wird schnell feststellen, dass eine Entscheidung andere Entscheidungen bedingt.
    Darüber hinaus muss im Konzept allerdings auch festgestellt werden, welchen Inhalt der Server haben soll und auf diesen Inhalt kommt natürlich auch die Wahl der richtigen Antwort auf obige Fragen an. Zum Inhalt gehört/gehören der/die Bereich/Bereiche.
    Bekannt und beliebt sind Survival, Citybuild, Creative, Skyblock, RPG, PvP, SkyPvP, Vanilla oder diverse Minigames.
    Bei Kombinationen kann man dann von einem Netzwerk sprechen.
    Zu beachten ist aber auch, dass obige Bereiche bei sehr vielen Server vertreten sind. Wählt man also einen oder mehrere dieser Bereiche, so muss man sich durch individuelle Erweiterungen von der breiten Konkurrenz abheben. Auch diese Erweiterungen sind im Konzept festzulegen. Das bekannteste Mittel zur Individualisierung sind Plugins. Gute Anregung, auch vor dem Wählen eines Genres, bieten Plattformen wie bukkit.org oder spigotmc.org, bei denen man durch scheinbar endlose Listen von Plugins scrollen kann. Aber Vorsicht ist geboten, denn die Pluginversion muss zur Server-Version passen. Manche veralteten oder zu neuen Plugins laufen trotzdem auf Servern mit anderer Version, hierbei ist aber genaues Testen nötig, um zu vermeiden, dass einzelne Funktionen nicht einwandfrei laufen. Wer das Testen vernachlässigt, auf den können später Probleme zurückfallen, die mitunter das Schließen eines Bereichs oder gar des ganzen Servers nach sich ziehen können.

    Sehr viel hängt also von der Wahl des Genres (Bereichs) und der Serverversion ab.
    Ist jedenfalls ein Bereich gewählt, so müssen passende Vorraussetzungen geschaffen werden. Dazu müssen Plugins gefunden und korrekt eingestellt werden. Mit etwas Engagement ist das kein Problem, zumeist sind ausführliche Erklärungen zu den Plugins auf der Downloadseite zu finden. Bei einem Großteil gibt es YouTube-Tutorials dazu, deren Anweisungen man parallel folgen kann. Wer sich hier Zeit lässt, kommt vielleicht sogar auf eine völlig eigene Spielidee und das zahlt sich langfristig aus, denn hier kann ein Stündchen Informationssammlung entscheiden, ob ein Server nach wenigen Wochen wieder offline geht, oder doch begeisterte Spieler findet.
    Sollte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Team vorhanden sein, sollte das Konzept auch alle teambezogenen Planungen enthalten, die weiter unten noch näher beleuchtet werden.
    Ich empfehle auch schon hier darauf zu achten, wie viel Arbeit und Zeit alles kosten wird und immer den Vor- und Nachbereitungsaufwand im Blick zu haben: Manchmal geht die Vorbereitung sehr schnell und einfach, doch sobald der Server eröffnet ist, muss man ständig nacharbeiten. Hätte man genug Zeit für die Vorbereitung aufgewendet, müsste man garnicht mehr nachbereiten.

    Zu jetzigem Zeitpunkt ist noch immer nicht mit der Umsetzung begonnen worden und das ist auch gut so. Wenn sich nun bereits herausgestellt hat, dass die Umsetzung unmöglich ist, wegen fehlender Motivation oder Zeit, dann wurde noch kein Geld für einen überteuerten Server herausgeworfen. Je länger und detailreicher man plant, desto größer die Erfolgschancen. Man kann allerdings auch immer auf gut Glück hoffen und womöglich sogar Glück haben, mit keinerlei Planung und Erfahrung doch erfolgreich sein. Das ist dann aber oft von kurzer Dauer.

    Die Umsetzung
    An die Planung und Konzeption schließt sich natürlich die Umsetzung derselben an. Dafür wird aber immernoch kein Server bestellt. Es wird ein Localhost-Server auf dem eigenen PC erstellt, der praktisch genauso läuft wie ein Server online, nur kostenfrei. Tutorials zu Localhost-Servern für Minecraft sind im Internet mehr als leicht zu finden.
    Sollte zu diesem Zeitpunkt schon ein Team vorhanden sein, können die Teammitglieder über beispielsweise Hamachi auf den Server connecten, auch hierzu gibt es genug Tutorials im Internet zu finden.
    Auf dem Localhost kann nun alles Stück für Stück umgesetzt, eingestellt und getestet werden. Parallel dazu kann an der Map gefeilt werden.
    Auch hier muss darauf geachtet werden, was weiter unten bei der Teamkoordination genannt ist, denn zu effizienten Umsetzung gehört natürlich die richtige Arbeitsteilung.

    Die Map
    Wie oben geschrieben vermittelt die Map und vorallem der Spawn einen Eindruck, der darüber entscheidet, ob ein Spieler dem Server eine Chance gibt, oder nicht. Natürlich zeugt eine eigene Map von Individualität. Meiner Meinung nach bedeutet aber Inidividualität garnichts, wenn sie nur über eine grauenhafte Map vermittelt wird. Ich würde hier dazu raten auf öffentliche Maps zurückzugreifen, wenn die eigenen Fähigkeiten beim Bauen eher mittelmäßig sind. Plattformen wie Planetminecraft, aber auch Google im Allgemeinen bietet, bei genug aufgewendeter Zeit, Maps, die kaum benutzt und dennoch spitzenklasse sind. Eine Generalüberholung kann auch im Nachhinein erfolgen, wenn die Map noch etwas individualisiert werden soll. Bei den Maps sind vor allem Nutzen und Größe abzuwägen. Für einen neuen Server braucht man zum Beispiel keinen Spawn, der für eine Überschwemmung von Hunderten von Spielern ausgelegt ist. Bei der Mapwahl für PvP-MiniGames sollte auf einen fairen Aufbau geachtet werden, sodass Teams oder einzelne Spieler nicht durch ihre Spawnposition benachteiligt werden.
    Außerdem muss abgeschätzt werden, welche Qualität man bieten will und wo die Prioritäten liegen. Das Grundstücksplugin PlotMe generiert die Grundstücke selbst bis ins Unendliche. Jeder Minecraftspieler kennt aber den langweiligen Anblick von PlotMe-Grundstücken. Je nach eigener Auffassung muss jetzt abgeschätzt werden: Eine langweilige Map, aber gesparte Zeit, die an anderen Ecken eingesetzt werden kann, um die langweilige Map zu kompensieren. Oder doch Mühe beim Aufbau der Grundstücke (man kann eines ja mit Worldedit immer weiter stacken, also muss nur eines fertig gebaut sein), aber Zeit- und Arbeitsaufwand, der nach der Eröffnung weitergeführt werden muss, denn man muss darauf achten, dass niemals alle Grundstücke belegt sind und dementsprechend die City ständig durch neue erweitern.

    Der Server ist fertig: Wartung
    Völliger Unsinn, ein Server ist nie fertig. Ständige Erweiterung und Nachbearbeitung, der Support, die Koordination. Hier zahlt sich Erfahrung aus, aber dazu später mehr.
    Entweder die beste oder schlimmste Zeit für einen Server: Das Updaten. Wann immer eine neue Version des Spiels erscheint, lässt eine neue Version der gewählten Server-Mod (Spigot, Craftbukkit usw.) manchmal länger, manchmal kürzer auf sich warten.
    Die erste wichtige Frage, die man sich nun stellen muss: Updaten oder nicht updaten? Sollte man nicht updaten, ist man auf jeden Fall in der Lage sein Niveau zu halten, doch Spieler werden die neuste Version spielen wollen, also doch updaten, bevor die Spieler gehen? Hier wirds kompliziert. Wenn man sich stark von Plugins abhängig gemacht hat ist die Gefahr groß, dass einige davon nicht mehr auf den neuen Versionen laufen, oder erst noch geupdatet werden müssen. Je länger man aber wartet, desto mehr Spieler könnten den Server verlassen. Handelt man aber vorschnell und steigt auf eine neue Serverversion um, obwohl die Server-Mod noch in der Entwicklung ist, kann das größere Schäden nach sich ziehen, die auf jeden Fall dafür sorgen, dass man viele seiner Spieler verliert. Im Gegensatz dazu kann man aber auch Glück haben und als ein Server, der eigentlich nie viele Spieler hatte, als einer der ersten updaten und einen reibungslosen Übergang hinlegen. Dann ist die Chance sehr groß, dass man recht schnell einen ziemlichen Spieleransturm genießen kann, da ja jeder die neue Version testen will. Hat man dann auch etwas zu bieten, ist auch die Chance sehr groß, dass viele von diesen Spielern langfristig bleiben.
    Aber auch ohne Updates nimmt die Wartung viel Aufwand in Anspruch. Man sollte sich immer merken, dass man durch das Testen auf einem Localhost einen Vorteil hat. Doch oft zeigen sich Fehler in den Einstellungen oder Plugins erst, wenn sie der Nutzung durch viele Spieler ausgesetzt sind. Wer die Spieler nicht verlieren will muss schnell und präzise handeln und schwierige Entscheidungen fällen. Dann kann es auch mal vorkommen, dass man für seine Spieler Montagnacht durchmacht und nach Fehlern und Lösungen sucht.
    Größere Erweiterungen sollte man nur in Angriff nehmen, wenn der Rest gut und fehlerfrei läuft. Außerdem sollte man es mit der Auswahl nie übertreiben. Wenn auf 5 Serverbereichen je 3 Leute sind, sind bald alle weg. Wenn auf einem Serverbereich 15 Leute sind, bleibt der Spielspaß erhalten.

    Finanzierung:
    Man sollte niemals damit rechnen, Spenden oder Geld als Gegenleistung für Ränge/Rechte zu bekommen. Natürlich kann das vorkommen, aber es mit in die Finanzierungsplanung einzubinden ist in jedem Fall ein großer Fehler.
    Gleich der zweite Grundsatz: Auf Dauer finanzieren, ein oder zwei Monate sind praktisch nichts, man sollte in größeren Ordnungen rechnen. Hat man nicht selbst das Geld, um einen ordnetlichen Server langfristig zu bezahlen, nicht den billigsten raussuchen. Die Suche nach einem Sponsor ist schlauer und, wenn obige Punkte mehr oder weniger gut bedacht wurden, bisweilen sogar erfolgreicher. Denn ihr habt den Server schon fertig, keine weitere Bearbeitung, keine weitere Aufbauphase, mit dem Onlingehen ist der Server eröffnet. Wer nicht direkt einen Sponsor findet, für den kann es sich bei einem ordentlichen Konzept und guter geleisteter Arbeit auch lohnen, auf ein Servernetzwerk o.ä. zuzugehen und eine Einbindung vorzuschlagen, wenn man das eigene Konzept für passend hält.

    Die Hardware
    Wartung ist aber größtenteils nach der Eröffnung erst nötig und wichtig. Also haben wir es endlich geschafft. Der Server ist soweit mehr oder weniger als "fertig" zu bezeichnen oder wenigstens fertig genug, um online zu gehen. Wer in seiner Planung oder Aufbauphase noch nicht darüber nachgedacht hat, für den ist nun der Moment gekommen, bei dem man seine Gedanken drei mal überdenken sollte: Die Auswahl der Hardware, die eng mit der Auswahl des richtigen Anbieters zusammenhängt. Außerdem muss man spätestens jetzt die eigene finanzielle Lage prüfen und die eigenen Kompetenzen ausloten.
    Pflicht ist es, eine Liste mit Möglichkeiten aufzusetzen und zu jedem Anbieter und Angebot Kundenmeinungen und Pro- und Contrapunkte zu sammeln. Wer hier vorschnell handelt, der kann die vorhergegangene Arbeit mit einer einzigen Fehlentscheidung zunichte machen.
    Es gibt genug Plattformen, die Anbieterbewertungen vornehmen. Achtet aber darauf, was ihr selbst an Wissen über den Umgang mit Servern habt.
    Denn es gibt Anbieter, wie zum Beispiel Nitrado, von dem ich persönlich dringend abraten würde, wie von jedem anderen Hoster, der den Preis nach Slots (Spielerkapazität) berechnet. Nicht aber weil er schlecht ist (obwohl auch darum), sondern weil das Preis/Leistungs-Verhältnis grauenvoll sein kann.
    Trotzdem ist manchmal der Fall gegeben, dass man wohl oder übel das grauenhafte Angebot annehmen muss, wenn man weitere Mühen scheut. Hoster wie Nitrado haben äußerst hohe Preise für recht mikrige Hardware, was aber daran liegt, dass sie ihren Support mit in den Preis einrechnen. Wer also stündlich irgendetwas erfragen muss, der muss einen erhöhten Preis eingehen. Für Anfänger bleibt sonst nur Anlernen vom Umgang mit Servern, aber Vorsicht, wenn man zu faul zum Anlernen ist!
    Wieder am Beispiel von Nitrado (, da ja sehr bekannt): Hier profitieren Anfänger von gewissen Vereinfachungen. Statt ein Plugin über FTP-Zugang in den richtigen Ordner zu stecken, oder Befehlsketten in die Konsole zu tippen, läuft bei Nitrado vieles über Knöpfchen. Wenn man aber nicht nur mit Kumpels ein bisschen spielen, sondern einen ordentlichen Server aufbauen will, dann wird die gegebene Hardware auf Dauer nicht reichen und viel zu teuer, guter Support hin oder her. Umzuziehen gestaltet sich dann aber enorm schwer und sich dann woanders zurechtzufinden noch viel schwerer, da man sich schon an die Knöpfchen gewöhnt hat.
    Man hat die Möglichkeit, sich von Anfang an für einen Anbieter zu entscheiden, dessen Hardware weit besser und gleichzeitig günstiger und langfristig viel leichter und besser aufzurüsten ist, sollte es nötig werden. Hierbei ist aber ein bisschen Grundwissen und am besten noch Erfahrung im Umgang mit Servern gefragt, das man sich aber kostenlos via Internet eintrichtern kann.
    Ein Umzug und eine Umstellung wird dann nicht mehr nötig sein und einiges gespart, trotzdem mit einer besseren Hardware gearbeitet hat man auch noch.
    Aber hier ist es wie gesagt wichtig, sich möglichst viele Erfahrungen zusammenzustellen, um eine richtige Entscheidung zu fällen.
     
    #1
    Auria, LordRazen, chavix_kevin und 2 anderen gefällt das.
  2. GerFisch
    Offline

    GerFisch

    Registriert seit:
    8. Oktober 2012
    Beiträge:
    271
    Ort:
    Die Weite See
    Minecraft:
    GerFisch
    Wegen viel Text in zwei Teilen, ich hoffe die Moderation sieht es mir nach...

    Planung und Konzept, sowie Map, Finanzierung und Hardware sind gesichert, das so gern als "Herz des Servers" bezeichnete Element "Team" ist bislang angesprochen aber nicht ausgeführt worden.

    Das Team
    Ja, man kann bis hier her ohne Team klarkommen und ja, man könnte es auch weiterhin. Mit Team ist aber in jedem Fall der bessere/einfachere Weg und wenn ein Weg schonmal besser und einfacher zugleich ist, dann sollte man ihn auch wählen.
    Für ein Team, egal ob von Anfang an, erst kurz vor der Eröffnung, oder sonst wie, ist ein klare Hierarchie nötig. Bei aller Liebe zur Demokratie führt sie hier gemeinhin nur zur Auflösung von Serverprojekten. Dabei sollte natürlich jedes Teammitglied Stimmrecht haben und Verbersserungsvorschläge äußern dürfen, aber es muss auch klar sein, wessen Wort am Ende zählt, wenn sich alle widersprechen. Zur Einteilung der Teamstellen und der Hierarchie muss aber bitte logischer vorgegangen werden als:
    1. Als erstes dabei => Höchster Rang
    2. Bester Freund vom höchsten Rang => Zweithöchster Rang
    oder 3. 15€ gezahlt => Hoher Rang

    Das Logischste: Wer kann was am besten?
    Wir haben vier Leute die gut bauen. Die werden zum Architektenteam. Einer von den vieren kann gut koordinieren, oder am besten bauen oder wird von allen anderen geschätzt, wird also zum Leiter der Architekten.
    Die Leitungen aus allen Bereichen (Architektur, Development, Technik, Support usw.) schließen sich dann zur Serverleitung zusammen und stehen unter dem Serverleiter.
    Handelt es sich um ein kleines Team, reicht
    Supporter => Moderator => Administrator => Serverleiter.
    Das sind natürlich nur zwei Möglichkeit, aber es sollte in jedem Fall klar sein, wer wem was zu sagen hat, in welche Richtung Beschwerden weitergetragen werden und natürlich, wer welche Aufgaben hat.
    Fehlt das Team, oder fehlen dem Team Mitglieder, so gibt es zwei (wirksame) Möglichkeiten, welche anzuwerben. Entweder man wirbt auf öffentlichen Plattformen an, oder, was besser wäre, man rekrutiert aus den eigenen Spielern, wenn vorhanden und natürlich wenn die ausgewählten Spieler lange genug dabei sind und eine Aufgabe übernehmen können.
    In jedem Fall müssen die Rechte und Pflichten abgeklärt sein. Auf der einen Seite sollte niemand zu leicht an gefährliche Rechte kommen, aber es sollte im Falle eines Falles auch immer jemand da sein, der die volle Kontrolle und alles im Griff hat.
    Grundsatz bleibt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ein Rang, der keinen FTP-Zugriff braucht (also fast alle), der bekommt auch keinen. Für was denn auch.
    Ein Rang der kein OP braucht, bekommt auch keine OP-Rechte.

    Zum Totlachen fand ich ein Szenario, dass ich vor Kurzem mitbekommen habe:
    Ich bin recht zufällig auf einen Server gejoint und fand mich mitten in einem Streit wieder. Dabei hat der Owner des Servers ein paar Architekten zusammengeschissen, da Spawn, die ganze Lobby, der Weg und überhaupt alles scheiße aussieht (man entschuldige die Wortwahl). Das ging dann eine ganze Weile weiter, bis einer Architekten disconnected ist.
    Ich hab mich dann etwas umgesehen und bin wenig später auf die Team- und Ränge-Schilderwand gestoßen mit (in etwa) folgender Hierarchie:
    Member => Jeder
    Premium => 5€ im Monat
    Serverpolizei => Premium-Rang und bewerben
    Moderator => Serverpolizei-Rang und bewerben ODER Freunde
    Architekt => Moderator-Rang und bewerben
    Admin => Kriegt keiner
    Owner => Kriegt keiner

    Nun versuchen wir zu verstehen. Man soll etwas bezahlen, um die Chance zu bekommen sich für ein Rang zu bewerben, um dann die Chance zu bekommen, sich für einen weiteren Rang zu bewerben, um sich endlich als Architekt bewerben zu können? Daraufhin wundert sich der Besitzer, warum seine Architekten nicht bauen können... Außer natürlich ich bin ein "Freund"...
    Meine Ratschlag der Logik: Man stellt Leute als Architekten ein, die angemessen bauen können.

    Aber zum wichtigsten Punkt im ganzen Beitrag
    (Hätte ich vielleicht mit starten sollen ^^)

    Ich würden niemandem raten, einen Server auf die Schnelle zu eröffnen. "Auf die Schnelle" schließt mehrmaliges Darübernachdenken ein.
    Server gibt es zu viele, finanziell ist es in jedem Fall ein Verlustgeschäft, es kostet sehr sehr viel Arbeit und Zeit und die Erfolgschancen sind auch mit sehr gutem Konzept gering.
    Egal ob der Wunsch zum eigenen Serverprojekt da ist, oder nicht. In jedem Fall ist es am schlausten, als erstes zu versuchen, einem Serverteam beizutreten. Sich dort hochzuarbeiten, mitzuhelfen und aufzusteigen bringt mehr Erfahrung als es Tutorials und Forenbeiträge je könnten. Vielleicht will man ja lieber innerhalb eines Teams arbeiten, als einen eigenen Server aufzubauen. Selbst wenn man weiter an den Plänen zum eigenen Serverprojekt festhält, steigen mit jedem Tag in einem Serverteam die Erfolgschancen des eigenen zukünftigen Servers. Wer weiß, vielleicht bekommt man irgendwann für seine gute Arbeit als Teammitglied einen eigenen kleinen Server spendiert und darf sein Können beweisen. Außerdem steht dann ein Serverteam im Rücken, das Fragen möglicherweise weit besser beanworten kann, als es Wikis, Support oder Foren können.

    Soweit wäre das mein Rezept für einen ordentlichen Server. Nun lese ich aber immer wieder hier und da ganz andere Meinungen. Zum Beispiel auf gut Glück ins Kalte Wasser nach der Logik: "Wer sich gleich nen Server kauft, der hat wegen der Bezahlung Zeitdruck und wird darum schneller fertig".
    Oder besser noch: "Ergammel dir auf nem Server OP, dann ist es praktisch deiner".
    Aber auch Versuche, dem mein-server-wird-der-geilste-den-die-welt-je-gesehen-hat-Nachwuchsowner zu helfen, die leider schlicht viel zu allgemein und oberflächlich sind. Obiger Text ist da vielleicht nicht viel besser. Aber es sollte zumindest einen Hinweis auf die Komplexität einer fixen Serverprojekt-Idee werfen.

    Mich interessieren aber vor allem Meinungen, die sich auf obigen Roman beziehen, egal ob positiv oder negativ und auch dazugehörige Erfahrungen.
    Wobei ich glaube, dass es sowieso für die meisten zu viel ist, um gelesen zu werden und schnell wieder in den dunklen Archiven des Forums versinkt. Aber immerhin etwas, dass man verlinken kann, wenn man auf Servern gefragt wird, warum keine Spieler kommen wollen. ^^
     
    #2
    Auria, LordRazen, chavix_kevin und 3 anderen gefällt das.
  3. JTK222
    Offline

    JTK222

    Registriert seit:
    5. September 2013
    Beiträge:
    665
    Ort:
    Planet Erde
    Minecraft:
    JTK222
    Wieso habt ihr immer die lust so viel zu schreiben...
    Bin erstmal ne halbe stunde am lesen :D
     
    #3
    GerFisch gefällt das.
  4. GerFisch
    Offline

    GerFisch

    Registriert seit:
    8. Oktober 2012
    Beiträge:
    271
    Ort:
    Die Weite See
    Minecraft:
    GerFisch
    Wie es in der Einleitung steht :D
    Einmal sehr, sehr viel geschrieben. Aber dafür bleibt es mir erspart, alle 3 Tage ein bisschen von allem in den Minecraftchat zu hämmern, das ja dann doch keinem hilft.
    So hat man alles auf einer (2 :p ) Seiten und kann es bei Bedarf verlinken, um sich vor Fingerschmerzen zu schützen.
     
    #4
    Inkemann gefällt das.
  5. Inkemann
    Offline

    Inkemann

    Registriert seit:
    3. Mai 2015
    Beiträge:
    341
    Ort:
    Aachen
    Minecraft:
    Inkemann
    Wo ist die tl;dr Version? :D Jetzt muss ich mir wieder so viel Zeit nehmen :D
     
    #5
  6. GerFisch
    Offline

    GerFisch

    Registriert seit:
    8. Oktober 2012
    Beiträge:
    271
    Ort:
    Die Weite See
    Minecraft:
    GerFisch
    Wer will, der kann's ja vertonen :p
     
    #6
    MrsGoms gefällt das.
  7. LIvecrafter200
    Offline

    LIvecrafter200

    Registriert seit:
    12. Juni 2015
    Beiträge:
    1
    Minecraft:
    Livecrafter200
    Schöner Text. Wäre ich nicht immer mit meinem Handy on würde ich mehr schreiben. Ach ja... kleiner verweos auf die Spielwiese Das ForumRPG guckts euch pls ma an
     
    #7
  8. Kurlux
    Offline

    Kurlux Moderator Redakteur

    Registriert seit:
    7. Juni 2015
    Beiträge:
    324
    Ort:
    Bayern
    Minecraft:
    Kurlux
    Ich sag dazu das selbe wie ich schon mal irgendwo gesagt habe: Das erste was man wieder liest ist:
    Das ist natürlich wichtig, aber das liest man in jedem Post..darüber sollte man sich im klaren sein, dass man ein Konzept braucht.
     
    #8
  9. Inkemann
    Offline

    Inkemann

    Registriert seit:
    3. Mai 2015
    Beiträge:
    341
    Ort:
    Aachen
    Minecraft:
    Inkemann
    Sind sich zu viele aber nicht, deswegen wird es auch wieder und wieder geschrieben. Es gibt noch sehr viele Server auf denen es planlos drunter und drüber geht.
     
    #9
    GerFisch gefällt das.
  10. Kurlux
    Offline

    Kurlux Moderator Redakteur

    Registriert seit:
    7. Juni 2015
    Beiträge:
    324
    Ort:
    Bayern
    Minecraft:
    Kurlux
    Ja das sind dann die Server von denen, die keinen Server machen sollten (*hust* Kiddie-Server).
     
    #10
  11. GerFisch
    Offline

    GerFisch

    Registriert seit:
    8. Oktober 2012
    Beiträge:
    271
    Ort:
    Die Weite See
    Minecraft:
    GerFisch
    Das Problem liegt nicht beim Benötigen eines Konzeptes. Denn meiner Meinung nach hat jeder Server ein Konzept, auch wenn es teilweise nicht mal der Besitzer bemerkt. Denn auch Ich-mache-den-nächsten-mega-Minigame-Server ist ein Konzept, selbst, wenn nicht mal die Spielmodi feststehen.
    Was benötigt wird ist nicht ein Konzept, ein Konzept hat jeder noch so schlechte Server, es ist ein klares Konzept mit gewissem Mindestinhalt.
     
    #11