virtueller, Root- oder dedizierter Server?

Dieses Thema im Forum "Technischer Support" wurde erstellt von Legendary, 15. April 2014.

  1. Legendary
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    Legendary

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    HansWurst0815
    Ich lese hier öfter Beiträge zum Thema Rootserver, vServer, Gameserver und dedizierter Server. Diese sind sehr oft in dem Bereich Server vorhanden, Grund genug um etwas mehr dazu zu posten :)


    Zunächst einmal, wo ist der Unterschied zwischen einem vServer, Rootserver, dedizierten Server und einem Gameserver?
    Fangen wir mit dem einfachsten an: einen Gameserver besitzen hier viele, da dieser eine wirklich sehr einfache Möglichkeit bietet, seinen eigenen Multiplayerserver zu hosten. Jedoch sind diese Server meistens etwas teurer als die folgenden Server, die ich nennen werde. Was man genau mit einem Gameserver macht, wissen sicherlich viele/ alle und ich brauche es nicht zu erklären :D

    Ein vServer bietet eine kostengünstige Alternative zu Gameservern. vServer (oder V-Server) sind Server, die durch eine Software, wie z.B. OpenVZ, KVM/ QEMU, virtualisiert wurden. Wie das Wort schon sagt, sind diese Server mehr oder weniger virtuell; d.h. sie werden auf einem dedizierten Server (dazu weitere Informationen unten) gehostet. Dennoch hat man i.d.R. volle Rootrechte und man kann den vServer sehr ähnlich wie einen dedizierten Server bedienen (bis auf Sachen wie z.B. auf Hardwareebene – siehe SWAP-RAM etc.). Die Performance ist jedoch meistens deutlich schlechter als bei einem Root- oder dedizierten Server.
    Ob man einen vServer für einen Minecraftserver nutzen kann, ist deshalb fraglich und das ist der Punkt, der hier oft im Forum diskutiert wird. Die knappe Leistung eines vServers ist oftmals der Knackpunkt: Anbieter werben mit vielen vCores. Diese virtuellen Kerne einer CPU werden meistens spontan vergeben, d.h. man hat nicht immer Kern X einer CPU, sondern diese Kerne variieren. Das ist natürlich pauschalisiert und vom Anbieter abhängig, ebenso von der Virtualisierungssoftware. Manche Anbieter preisen mit einem sogenannten „Flex-RAM“ oder auch einfach dem „SWAP-(SSD)-RAM“. Bei diesem Arbeitsspeicher muss man aufpassen: es ist nur ein zusätzlicher Arbeitsspeicher, der auf einer HDD oder SSD „gespeichert“ ist, nicht durch einen RAM-Riegel. SWAP-RAM ist für Minecraft- aber auch generell für Gameserver unbrauchbar, da er extrem langsam ist. Nicht nur das sind die Schwächen eines vServers in Bezug auf Minecraft: die dedizierten Server, auf denen die vServer gehostet werden, sind oftmals stark überlastet. Die Serverkomponenten kommen an ihr Limit und die Performance für den einzelnen Kunden kann miserabel sein – wie gesagt, es kann so sein, muss es nicht, da es anbieterabhängig ist. Eben wegen diesen oftmals stark überlasteten Servern kann es zu Abstürzen kommen, sodass der Server teils nicht mehr erreichbar ist.

    Eine Alternative bietet hier der Rootserver. Ich habe bewusst noch den Rootserver eingegliedert, da es teilweise gravierende Unterschiede zwischen virtuellem, Root- und dediziertem Server gibt.
    Vorsicht: bei einigen Anbietern heißt der Rootserver vServer und bei einigen heißt der dedizierte Server Rootserver! Man muss also genau darauf achten, was man sich mietet.
    Wiederum anbieterabhängig, aber generell lässt sich formulieren, dass die Performance eines Rootservers weitaus besser ist, da der Kunde auf einen weniger überlasteten Server kommt. Dies hat den Vorteil, dass man garantierte Leistung bekommt (nicht wie bei vServer eine Auslagerung auf Threads etc.) und einem der RAM garantiert zur Verfügung gestellt wird.
    Ebenso hat man volle Rootrechte; man kann aber bestimmte Operationen wie beim vServer nicht ausführen.
    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Rootserver zwar etwas mehr kosten, aber dafür lohnt sich das Geld auch. Immerhin bekommt man im Regelfall ein besseres System!

    Ein dedizierter Server ist natürlich die Königsklasse. Mit diesem System kann man alles tun und auch lassen, was man will, da man uneingeschränkt handeln kann – vorausgesetzt, man hat das für seine Ansprüche angepasste System.
    Der Markt an dedizierten Servern zum Mieten wird immer breiter und die Preise sinken. Dennoch sollte der Käufer aufpassen, was er kauft, da es oft Tricks gibt, mit denen die Anbieter schnell an Geld kommen. So ist neue Hardware natürlich immer besser und die CPU ist für Minecraft relevant. Die Festplatten sollten auch schneller sein (min. 7200 Umdrehungen, wenn nicht sogar eine SSD), damit der Minecraftserver (mit hohen TPS) ordentlich läuft. Auch der Standort muss passen: ihr wollt den Spielern möglichst niedrige Pings garantieren und „eine stabile Leitung“ – das lässt sich durch einen Standort wie z.B. Frankfurt a. M. garantieren (gehen wir mal von Deutschland aus).


    Das waren erstmal die Grundgedanken zu den Servern. Wenn du dir nicht sicher bist, welchen Server du dir mieten willst und ob es von deinen Kenntnissen her passt, empfehle ich dir dennoch den Gameserver. Anfangs eignet sich bestimmt Nitrado. Dennoch muss man beachten, dass es hierzu keinen Teamspeak-Server gibt, ebenso keine Website.
    Wenn man sich traut, den Anfang mit Servern zu machen und einen Gameserver inkl. Webseite und meinetwegen TS-Server einzurichten, dann empfehle ich erstmal einen ganz kleinen vServer. Dieser muss nicht viel Leistung haben und es gibt bereits viele Angebote bei Anbietern unter 5€ pro Monat. Ansonsten kann man auch einfach einen alten PC von zu Hause nehmen und darauf das Betriebssystem seiner Wahl installieren. Ich empfehle übrigens Linux bzw. Linux Distributionen, da diese relativ leicht handzuhaben und vor allem die kostengünstige Alternative zu Windows sind. Gegen Windows habe ich nichts, ich finde das Geldausgeben nur ein wenig unnötig..
    Wenn du dir keinen Server mieten willst, dann kannst wie gesagt deinen alten PC von zuhause nehmen, selbst auf deinem eigenen PC virtualisieren (dazu gehe ich nicht weiter ein!) oder dir auch einen Raspberry Pi kaufen. Der Pi ist ein Einplatinen-Computer und nicht viel größer als eine Kreditkarte. Auf dem Pi kann man sehr leicht den Umgang mit Linux & Co. Erlernen für gerade einmal 35€.
    Solltest du dich zunehmend sicherer fühlen beim Benutzen deines Servers, dann kannst du dir ja etwas mehr Leistung oder direkt den Rootserver mieten. Das lohnt sich auch, wenn man gerade einen kleinen Minecraftserver mit ein paar Spielern aufgemacht hat und vorhat, diesen zu expandieren.
    Sollte der Server wirklich einmal so groß sein, dass dedizierte Leistung benötigt wird, dann empfehle ich den dedizierten Server. Auf gar keinen Fall davor, denn ohne Vorkenntnisse und bei einem kleinen Spielbetrieb ist es wirklich Geldrauswurf, gar ein Risiko.

    Bei Unwissenheit und mangelnden Kenntnissen, können dir Sicherheit & Co. Probleme bereiten (mal davon abgesehen, dass du ohne Kenntnisse nicht groß weiter kommen wirst). Ein sehr aktuelles Beispiel ist der Heartbleed-Bug (der eine oder andere wird jetzt wahrscheinlich denken, dass dies eigentlich kein Bug war, aber das passt nicht zum Thema). Dieses Problem ließ sich zwar leicht fixen, jedoch kann es noch ganz andere Probleme geben. Solltest du einmal geDDoSt werden (viele (Ping-) Anfragen, sodass der Server nicht mehr reagiert oder gar abstürzt), kann dies sehr unangenehme Folgen mit sich ziehen. Eine Folge wäre zum Beispiel, dass sehr viel Traffic entsteht und du diesen unter Umständen bezahlen musst. Ebenso sieht es mit Brute-Force aus. Hier gibt es noch das weitere Problem, dass der Angreifer nach seiner Attacke ggf. dein Passwort hat. Ein sicheres Passwort zu setzen ist also das Minimum. Je länger und ausgefallener das Passwort ist, desto sicherer ist es vor Brute Force Angriffen. Zur Sicherheit kann ich noch viel mehr schreiben, aber das würde das Ganze weit hinauszögern. Mich würde es freuen, wenn jemand etwas dazu unter meinem Beitrag schreibt ;) !

    Dann komme ich noch dazu, wie man einen virtuellen, Root- und dedizierten Server steuern kann. In der Regel steuert man diese über die Kommandozeile (geht natürlich auch über die grafische Oberfläche -> GUI). Um dies aus der Ferne zu erledigen, kann man am besten SSH benutzen. Alternativen für eine grafische Nutzung wäre z.B. KVM over IP (bzw. IPMI).

    Das war’s erst einmal von meiner Seite. Wenn ihr einen geeigneten Anbieter sucht, dann schaut doch mal unter Hosterwertung nach! Abschließend möchte ich noch sagen, dass Minecraft bzw. die Minecraftserver hauptsächliche Single-Core Anwendungen sind. Deshalb sollte man Wert darauf legen, dass man eine CPU hat, die eine möglichst hohe Taktrate auf einem Kern hat! Bitte beachtet, dass bei vServer und ähnlichem keine Threads als Kerne verwendet werden, da Threads nicht den vollwertigen Kern ersetzen.

    MfG
    Legendary
     
    #1
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  2. AnonymusChaotic
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    AnonymusChaotic

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    AnonymusChaotic
    Super, danke für den Beitrag :)
    das im Internet in einer so komprimierten und anfängerverständlichen Fassung zu finden ist garnicht so leicht.
    Hast schon einen Dia von mir bekommen ;)

    Womit ich auch noch Probleme habe und ich mir hier noch von Dir wünschen würde:
    Wie installiere ich Linux (Debian) am Beste auf einem Test-Computer Zuhause, wie verbinde ich in diesem Fall mit dem Server damit dies der Verbindung zu einem "echten" Server möglichst nahe kommt.
    Was brauche ich alles zur Verbindung (welchen der 100 verschiedenen Putty-Downloads,...), welche Version muss ich wählen für welchen Computer, ...
    Einfach ein paar Links zu Seiten, die das eh schon gut erklären, sich aber in der Google-Suche wunderbar verstecken :) und ein kleines Tutorial zum Start, wie man eben als blutiger Anfänger beginnt.

    Das würde mich wirklich freuen,
    lg. Harald
     
    #2