Was bedeutet Minecraft "Vanilla" eigentlich

Dieses Thema im Forum "Diskussion" wurde erstellt von GerFisch, 21. Februar 2015.

  1. GerFisch
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    GerFisch

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    GerFisch
    Ein Heyho an die Community,
    in letzter Zeit tauchen immer mehr Threads auf, die sich mit Vanilla Minecraft und den Chancen für einen erfolgreichen Vanilla-Server auseinandersetzen. Was mich persönlich sehr freut, ist, dass offenbar immernoch hohe Nachfrage für Minecraft besteht, wie es eigentlich ist. Dennoch gibt es einige Auffassungen von der Beudeutung "Vanilla" (bezüglich Minecraft), die von der meinen abweichen. Daher möchte ich meine Auffassung von Vanilla einmal zur Diskussion stellen, sodass man auf eine allgemeinere Definition herauskommen kann, gleichzeitig etwas minecraftbezogenenes Allgemeinwissen verbreitet und natürlich, um Vanilla-Minecraft und dessen Sinn zu bewerten.

    Zuerst einmal zu meiner Auffassung von Vanilla (Kritik/Verbesserung erwünscht):
    Vanilla Minecraft umschreibt das Original des Spiels Minecraft, also praktisch jede unveränderte original-veröffentlichte Version. Damit ist Vanilla nicht von der Spielversion abhängig. Stattdessen ist Vanilla-Minecraft von der Modifikation und deren Maß abhängig. Oft wird Vanilla Minecraft als reiner Survival angesehen, was meine Auffassung allerdings nicht bestätigt. Die Originalversionen enthalten inzwischen die Modi Überlebensmodus (=Survival auf jeglichen Schwierigkeitsstufen), Kreativmodus, Abenteuermodus und seit Neuerem den Zuschauermodus. Unabhängig von den Einstellungen ist hierbei jeder Modus im Original enthalten und damit ist Vanilla auch nicht vom jeweiligen Modus abhängig. Alle Modi fallen also unter Vanilla-Minecraft.
    Erst wenn es zur Modifikation der originalen Jar kommt, fällt dieses Minecraft nicht mehr unter Vanilla. Dazu zählen sowohl die Modifikation durch Mods im Einzelspieler, als auch die Modifikation durch Plugins im Mehrspieler. Sobald also eine dieser Modifikationen auftritt, fällt das modifizierte Minecraft klar nicht mehr unter Vanilla-Minecraft.
    Bei externen Programmen für Minecraft kommt es zu Grauzonen. Man kann durch z.B. Worldpainter oder MCEdit eine Map extern erstellen, oder bearbeiten, da aber die Modfikation der Jar hierbei nicht vorkommt, bleibt ein Server, der diese Methoden nutzt, nach meiner Auffassung weiterhin innerhalb der Grenzen, die Vanilla-Minecraft umfasst. Gleiches gilt für Zusatzprogramme, wie Kartographierer, Noteblock-Tools, externe Generatoren, usw..
    Soweit zu klaren Merkmalen, nun gibt es aber auch unklare Bestandteile meiner Auffasung:
    Fragwürdig, nämlich, fällt unter dieser Definition aus, ob eine Serversoftware alleine schon eine Modifikation darstellt, und daher kein Server, der eine Serversoftware nutzt, Vanilla sein kann (?). Also sind Bukkit-, Spigot- und sonstige auf Serversoftware laufenden Server schon nicht mehr als Vanilla deklariert werden dürfen?
    Außerdem fällt auf, dass ein Server, der nur im Zuschauermodus und in Kreative läuft Vanilla ist, ein reiner unmodifizierter Survivalserver allerdings aus dem Status Vanilla austritt, sobald ein Spieler eine Modifikation benutzt? In diesem Fall der ganze Server, oder nur spielt nur der einzelne Spieler kein Vanilla mehr, was aber nichts über den Server aussagt, oder muss der Server dafür im Regelwerk verankern, dass keine Modifikationen erlaubt sind?
    Hinzu kommt die Möglichkeit zur "Modifikation" durch Shader und Ressourcenpackete (Texturenpackete) und wie weit die Nutzung davon noch noch unter Vanilla fällt. Bedeutet schon Optifine einen vollkommenen Austritt aus Vanilla?

    Aufällige Widersprüche zu anderen Auffassungen von Vanilla sind also, dass
    1. alle 4 obigen Spielmodi unter Vanilla fallen
    2. auch externe Bearbeitungen, die dann importiert werden, nichts am Status Vanilla ändern
    3. jede von Mojang veröffentlichte Version von Minecraft unter Vanilla fällt
    4. Ressourcenpackete, Shader und Serversofware den Status Vanilla ändern


    Eine Meinung ohne Unsicherheiten ist dagegen meine Wertung von Vanilla. Natürlich muss man sagen, dass die hohe Modifikationsfreiheit, die die Erschaffer Minecraft mitgegeben haben einer oder gar der Hauptgrund schlechthin ist, der zur Bekannt- und Beliebtheit des Spiels geführt hat. Daher halte ich auch Mods, Minigames und eigene Spielmodi und -konzepte für äußerst wichtig. Die Balance allerdings zwischen diesen Berreichen ist, was ich verurteile. Dabei finde ich, dass vanillanahe Server, Modi und Konzepte zu selten vorkommen, was oft mit ihrem niedrigeren Erfolg begründet wird. Mir kommt es bei den Wortmeldungen und oben genannten Threads aber nicht so vor, als sei diese Begründung legitim. Ob reines Vanilla läuft, ist (, abhängig von obiger Definitionsweite,) sicherlich fragwürdig. Vanillanahe Server allerdings können genauso gut zu Erfolg kommen, wie Minigame-, oder RPG-Server.

    Ich hoffe, es gibt hilfreiche Zusätze zur Definition, sowie Klärung der Unsicherheiten und allgemeine Meinungen zum Wert von Vanilla, was Server, aber auch den Einzelspieler angeht (auf somanche Mods will man ja doch nicht verzichten).

    LG. Fischi
     
    #1
  2. SilberRegen
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    SilberRegen

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    SilberRegen
    Sehr schöner Beitrag, gefällt mir gut und gibt auch meine Erfahrungen bezüglich des Verständnisses von Vanilla gut wieder.

    Im übrigen finde ich es auch ein wenig Schade, dass es kaum noch neue, reine Creativeserver gibt. Und das, obwohl schizophrenerweise viele Administratoren die Finger vom Creative nicht lassen können oder Zweiklassenserver erstellen in denen man gegen Bezahlung Creative erhält und sich dann gegenüber den armen Survivalern toll fühlen kann.
    Creative ist schließlich die ursprünglichste Minecraftvariante, wenn man sich an die Classiczeit erinnert :)
    Ob das wirklich was auf lange Zeit ist oder schnell eintönig wird, sei an dieser Stelle mal nicht diskutiert.
     
    #2
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  3. Mario52
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    Mario52

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    Mario_52
    Ich stimmte fast ausschließlich @GerFisch zu.
    Ob das benutzen einer Server-Software jetzt zu Vanilla oder nicht gehört, darüber lässt sich streien. Meiner Meinung nach ist das keine grundlegende Veränderung am Spielprinzip, solang keine Plugins geladen wurden.

    Hier mal meine Definition:
    Vanilla-Minecraft bezeichnet das auschließliche Benutzen von offiziell von Mojang unterstützten oder hergestellen Spiel- oder Serverdateien.
    Jegliche Modifikation, die durch externe Programme und Dateien durchgeführt wird, ist nicht mehr als Vanilla zu bezeichnen.

    Für das Spielprinzip würde ich einen anderen Begriff entwickeln. Schlagt mal einen vor!
     
    #3
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  4. MrPyro13
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    MrPyro13

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    Spielmodivariationen :D
     
    #4
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  5. Mario52
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    Mario52

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    Spielgestaltungsvarianten.
     
    #5
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  6. AnonymusChaotic
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    AnonymusChaotic

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    AnonymusChaotic
    Ich würde den Begriff Vanilla-Server noch weiter ausdehnen.

    Beispielsweise fällt für mich ein Server, der beispielsweise Login-Plugins, Coreprotect, GlobalBan-Plugins, Anti-Cheat-Plugins, Pex oder sogar Plugins, um Kisten zu verschließen weiterhin in die Kategorie Vanilla.

    Auch Worldguard oder Multiverse kann ich in gewissen Bereichen noch "gestatten", als Vanillaserver zu fahren.

    Ohne diese Einschränkungen ist ein Public- Server meines Erachtens nicht (mehr) möglich, der Server wäre binnen Minuten zergrieft...
     
    #6
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  7. Roeddelproemm
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    Roeddelproemm

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    Meine Ansicht deckt sich mit der von AnonymusChaotic.

    Aus meiner Sicht ist ein Vannilla-Server eine Welt, in der der Spieler ingame nur die Möglichkeiten eines völlig unmodifizierten Spielsystems hat.
    Aus zwingend notwendigen Gründen ist es jedoch aus meiner sicht unumgänglich Baurechte in bestimmten Regionen dem "normalen" Spieler einzuschränken. Daher betrachte ich den Einsatz von PEX, Worldguard, Worldedit, Multiversum durch die Administratoren als nötig.
    Mods, die neue Spielmechaniken implementieren wie spezielle Craftmods, Ingamewährungen etc. verändern auch massiv das Spielerlebins.

    Daher denke ich, dass man einen Server durchaus noch als "Vanilla" bezeichen darf/kann, wenn Protection-Tools oder Multiversum-Möglichkeiten auf dem Server installiert sind, diese jedoch ur zum Schutz für Bauregionen oder Showwelten oder Spawnprotection genutzt werden und nicht zu gewaltigen Einfluss auf die Spielerfahrung nehmen.

    Sicherlich ist die Einschränkung der Baurechte ein sehr massiver einschnitt in die Beschränkung der Spieler, jedoch sehe ich sonst eine viel zu große Gefahr vor "Kobolden", die nichts besseres zu tun haben als anderen Spielern auf den Keks zu gehen, indem sie irgendwas Zerstören...
     
    #7
  8. GerFisch
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    GerFisch

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    Aber nur wegen Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung verändert sich ja keine Definition.
    Nur weil beispielsweise eine Utopie nicht umsetzbar ist, entkräften wir dessen Definition ja nicht soweit, bis sie wieder irgendwie umsetzbar wird.
    Protectiontools sind hierbei ein so starker Einschnitt, dass sie meiner Meinung klar nicht mehr unter Vanilla fallen, Notwendigkeit spielt dabei keinerlei Rolle. Sobald eine Modifikation vorliegt, muss man wohl sagen, dass der Status Vanilla nicht mehr gegeben ist. Das gilt schon für Modifikationen zu Performance-Optimierung, die an sich eigentlich garnichts an der Spielmechanik ändern. Modifikationen, die dann so extrem eingreifen, sind nicht mehr als Vanilla, allenfalls als Nahezu-Vanilla oder abgesichertes Vanilla zu bezeichnen. Ich würde es noch verstehen, wenn diese Möglichkeiten nur geboten, aber nicht angewandt werden. Bei uns zum Beispiel ist WorldGuard, Worldedit usw. existent, wird aber nicht benutzt. Dennoch stellt die Existenz und Einbindung ja schon eine Modifikation da. Das bedeutet selbst Server, die zwar Plugins laden, aber keinerlei davon benutzen, fallen eigentlich nicht mehr unter Vanilla.
    Dazu lässt sich noch sagen, dass man auch über anderweitige Sicherung verhinden kann, was man mit Worldguard zu verhindern versucht, die weniger vanilla-entfernt sind (Whitelist z.B.). Wenn man sagt, Craftbukkit oder Spigot sind noch keine Modifikation (, was an und für sich ja immernoch fragwürdig ist,) dann sollte die permissions.yml externen Plugins vorgezogen werden, wenn man seinen Server als Vanillaserver deklarieren will.

    Das ist mit ein Grund der Erstellung des Threads. Sehr viele Spieler fordern einen Vanilla-Server. Protections, (externe) Permissionmanager usw. sind und bleiben, egal ob notwendig oder nicht, Modifikationen, damit sind dadurch modifizierte Server nicht mehr als Vanilla zu werten. Nun wollen aber obige Spieler größtenteils Protections, LWC, Ränge, vielleicht noch ein bisschen RPG reingeklatscht. Damit widersprechen sie sich aber selbst, wenn sie doch eiegntlich einen Vanilla-Server fordern. Was sie eigentlich wollen, ist ein Freebuild-Survivalserver mit gewissen Sicherheitsmodifikationen. Nach dem eigentlich klareren Teil der Definition ist aber jegliche Modifikation der Austritt aus dem Bereich Vanilla.
     
    #8
  9. AnonymusChaotic
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    AnonymusChaotic

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    Dass es sich dann nicht mehr um echtes Vanilla handelt, ist mir klar.
    Will man allerdings einen (halbwegs) Public-Vanilla-Server machen, kommt man um gewisse Plugins nicht wirklich herum.

    Für mich nicht geklärt ist allerdings:

    Kann ich Bungeecord-verbundene Vanillaserver noch als Vanilla gelten lassen?

    Kann ich einen Server, der NINSS verwendet, noch als Vanilla bezeichnen?


    Ich meinte mit den hier erwähnten Plugins, dass man beispielsweise Leuten, die neu auf dem Server sind alles verbietet, bis sie sich etwa durch ein Vorstellungsgespräch und eine Bewerbung verifiziert haben.

    Ein Einsatz von Region Flags, etwa zur Verhinderung von Enderdragon-Damage, TNT o.ä. geht für mich auch noch durch, ebenso der Einsatz der Multiverse-Gruppe, solange darauf geachtet wird, dass die Funktionen so weit an Vanilla grenzen als möglich.

    Abschließend möchte ich nochmal erwähnen:
    JA, es IST KEIN ECHTES Vanilla mehr, allerdings sollte man die Definition nicht ganz sooo streng halten zwecks Ermöglichung eines "Vanilla-Servers", der auch den Problemen der heutigen Serverkultur nachkommt.
     
    #9
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  10. 可愛い
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    可愛い

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    Vanilla bedeutet ohne Mods, Plugins oder andere Anpassungen. Das ist die Definition und das Wort gibts es 30 Jahre länger als Minecraft. Wenn Plugins zum Einsatz kommen ist es kein Vanilla mehr. Vollkommen egal, ob jemand meint, dass es ja sonst unspielbar wär. Ich hab Minecraft die meiste Zeit ohne Plugins mit Freunden gespielt, ohne Probleme.
     
    #10
  11. Clymber
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    @GerFisch mal wieder ein sehr toller Beitrag! Ich finde leider auch das viele den Begriff "Vanilla" heute nur noch benutzen um User anzulocken. Sobald ja ein Plugin drauf ist, kann man es schon nicht mehr Vanilla nennen.. Traurige kleine Minecraft Welt.
     
    #11
  12. GerFisch
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    GerFisch

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    Vielen Dank ^^ und ich kann dir nur zustimmen. Aber solange Server versuchen, wieder die grundlegende Spielmechanik in den Mittelpunkt zu rücken, ist das auch schon was wert und um die Balance wieder halbwegs auszugleichen, kann ich darüber hinwegsehen, dass auch Server mit dem Begriff "Vanilla" werten, die der Sicherheit wegen nicht von elementaren Plugins absehen möchten. (Bei dem heutigen Durchschnittsuser höchst verständlich).
     
    #12
  13. Clymber
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    Clymber

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    Schauen wir mal ob das nochmals passieren wird ich denke ja eher weniger :D
     
    #13