Wie wir Projekte zerstören oder am Leben erhalten

Dieses Thema im Forum "Diskussion" wurde erstellt von Baba43, 14. März 2015.

  1. Baba43
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    Baba43 Ehem. Teammitglied

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    Diesen Beitrag habe ich bereits vor einigen Monaten in einem anderen Forum gepostet. Da er in Zusammenhang mit einem anderen Beitrag steht, den ich bereits hier veröffentlicht habe, möchte ich ihn nun auch hier ergänzen.

    Vorwort


    Eigentlich wollte ich schon vor Monaten einen Beitrag zu diesem Thema schreiben, da es sehr wichtig ist und viel Potenzial bietet, um die "Welt" ein Stückchen besser zu machen. Das hört sich dämlich an, aber ihr werdet hoffentlich verstehen, was ich meine. Denn auch wenn ich mich im Folgenden auf die Minecraft-Szene beschränke, sind meine Aussagen allgemeingültig.

    Die folgenden Ansichten sind meine eigenen und ich erhebe keinen Anspruch auf ihre Richtigkeit. Dafür spare ich mir die üblichen Füllwörter.

    Erstaunlicherweise haben wir oft sehr ähnliche Ansichten, aber wenn wir nicht gezielt über Sachverhalte nachdenken und sie uns vor Augen führen, erkennen wir sie nicht. Nehmt euch raus, was für euch wertvoll erscheint und gebt gerne eure Meinung ab.


    Motivation

    Dieser Beitrag ist der Nachfolger eines anderen Beitrags von mir, welcher sich mit schwindender Motivation beschäftigt. Hier möchte ich aufzeigen, dass jeder - ob gewollt oder nicht - sehr viel dazu beiträgt und was jeder tun kann, damit die Motivation anderer Menschen nicht bzw. langsamer nachlässt.

    Für alles was wir tun oder nicht tun, benötigen wir Bestätigung, denn niemand möchte seine Zeit verschwenden. Es gibt immer mehrere Gründe, die für oder gegen etwas sprechen. Interessant sind für mich diejenigen, die von anderen Menschen beeinflusst werden. Wir beeinflussen die Motivation anderer Menschen ständig, auch wenn es uns oftmals nicht bewusst ist.


    Abhängigkeit von Motivation

    Wenn wir uns klar machen, dass wir zu großen Teilen abhängig von der Motivation anderer Menschen sind, ist es nicht nur der Gutmensch in uns, der Interesse an ihrer Aufrechterhaltung haben sollte. Denn sobald wir die Arbeit von jemandem genießen, z. B. weil wir auf einem Server spielen und möchten, dass sich das Team um uns kümmert und das Projekt weiterentwickelt, steuern wir durch unser Verhalten direkt dessen Motivation, dessen Arbeitsbereitschaft und somit das Ergebnis.


    Bestätigung

    Wir alle brauchen Bestätigung für das was wir tun und das ist gut so. Sie kann von innen kommen und auf eigene Ziele begründet sein oder von außen kommen, also z. B. von anderen Menschen. Bestätigung hat weniger mit dem Verlangen nach Aufmerksamkeit zu tun, als damit, dass wir Dinge tun wollen, die uns im Aufwand-/Nutzenverhältnis sinnvoll erscheinen. Das letzte Wort ist sehr wichtig, denn wenn wir den Menschen, deren Arbeit wir schätzen, unsere Wertschätzung nicht zeigen, fehlt ihnen möglicherweise solche Bestätigung.

    Beispiel Entwickler
    Ein gutes Beispiel sind Bukkit-Entwickler, die ihre Freizeit investieren, um Plugins für fremde Serverbetreiber zu entwickeln. Die Grundmotivation zu Beginn ist denke ich das Bedürfnis, einfach etwas zu machen und daran zu wachsen, aber wer schon mal ein größeres Projekt langfristig betreut hat weiß, dass es irgendwann lästig wird, sich um Bugs, Sonderwünsche und faule Serverbetreiber zu kümmern. Häufig höre ich dann Sätze wie: “Für diese undankbaren, faulen Kinder opfere ich doch nicht meine Freizeit”. Ich selbst habe mich deshalb von BukkitDev verabschiedet. Auf diese Weise versanden viele gute Projekte, wenn sich mal kein Entwickler findet, der die Arbeit für einen weiteren Motivationszyklus übernimmt.

    Da ich nicht für andere Entwickler sprechen kann, sage ich nur, dass die selbstgefällige Undankbarkeit für mich ausschlaggebend war. Ich suche nicht nach großer Anerkennung, aber wenn die Nutznießer meiner Arbeit überwiegend mit mir in Kontakt treten, um sich zu beschweren, wieso das Update 241 schon so lange auf sich warten lässt, Bug 2312 noch nicht behoben wurde oder wann endlich das Zusatzfeature für Server 531 eingeführt wird, damit dieser mit meiner kostenlosen Arbeit weiter Geld verdienen kann, stelle ich mir die Frage: “Wofür mache ich das?”.

    Es ist weniger wichtig, jemandem Dankesbriefe zu schreiben, als bei seinem Verhalten darauf zu achten, sich nicht undankbar, ja beinahe verachtend zu zeigen. Ersteres ist nicht schwierig umzusetzen, aber sich nicht undankbar zu zeigen, fällt vielen schwer. Dabei werten wir Menschen Negatives grundsätzlich stärker als Positives.

    Ein anderes Beispiel sind Blogs bzw. Internetseiten. Ich lese sehr viel im Netz und bin sehr dankbar für die zumeist kostenlose Angebote. Diese Dankbarkeit kommt aber nicht bei dem Betroffenen an, nur weil ich mir denke “Wertvoller Artikel. Daraus konnte ich viel mitnehmen”. Auf YouTube funktioniert das immerhin durch Likes, aber selbst das ist vielen Nutzern schon zu viel, obwohl diese zwei Sekunden sehr viel bewirken können.

    Wenn ich möchte, dass ein Entwickler, Blogger, YouTuber, Redakteur, Lehrer, Polizist, Feuerwehrmann oder wer auch immer seine Arbeit motiviert fortführt, sei es weil mir seine Tätigkeit gefällt oder ich sogar abhängig davon bin, muss ich mir Gedanken darüber machen, was ich tun kann, um das zu erreichen. Geld motiviert nicht über das Minimum hinaus, welches für den monatlichen Gehaltscheck erforderlich ist und mit Minimalisten möchte denke ich niemand zu tun haben.


    Dankbarkeit zeigen

    Der direkte Weg, um jemandem seine Anerkennung zukommen zu lassen, ist ein Like oder Dankeschön. Ich freue mich wie jeder andere, wenn Menschen meine Beiträge gefallen, denn es zeigt, dass sich die Mühe lohnt. Als Entwickler auf BukkitDev hat mich positives Feedback sehr motiviert. Es ist unglaublich, wie viel jeder mit wenig Aufwand ausrichten könnte.

    In der Serverwelt ist Dankbarkeit ebenfalls wichtig. Ich habe mindestens eine Hand wertvoller Teammitglieder in den letzten zwei Jahren aus diesem Grund verloren. Viele Spieler nehmen es als selbstverständlich an, dass andere Menschen ihr Geld und ihre Freizeit investieren, damit sie sich in ihrer Freizeit an dem Ergebnis erfreuen können. Auf allen Servern überwiegen negative Nachrichten der Spieler: Probleme, Beschwerden, Gemecker. Kommt mal ein Spieler auf den Server und schreibt “Hey, das sieht hier wirklich toll aus. Gute Arbeit”, bekommen das nur diejenigen mit, die gerade online sein, während die Beschwerden und Probleme das Forum dominieren. Wieso also nicht ein paar Minuten Zeit nehmen und einen anständigen Beitrag im Forum hinterlassen? Am Ende wird es euch zugutekommen!


    Nicht undankbar zeigen

    Während es unendlich Möglichkeiten gibt, einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen seine Anerkennung für deren Leistung deutlich zu machen, erfordert es Selbstbeherrschung und Reflexionsvermögen, um das Gegenteil im Alltag zu vermeiden.

    Der Server ist abgestürzt, eure Items sind weg oder ihr habt durch einen Plugin-Fehler Geld verloren. Was macht ihr nun? Lasst ihr euch im Chat darüber aus, wie scheiße doch alles ist? Wenn ein Entwickler mit dem Update nicht hinterherkommt, macht ihr ihm dann Druck? Wenn euch der Administrator nach drei Stunden noch immer nicht geantwortet hat oder ein Moderator nicht 24/7 für euch verfügbar ist, beschwert ihr euch dann?

    Vor einigen Wochen gab es bei uns einen schwerwiegenden Fehler im Shop-System, wodurch sich Spieler praktisch Items herbeizaubern konnten. Das Problem flog schnell auf, aber wir stellten fest, dass die Sachen schnell in Umlauf geraten sind. Wir wollten unseren Montag nach der Arbeit / dem Studium eigentlich anders verbringen - mit Lernen, zum Sport gehen oder mal wieder selbst zocken - aber irgendwas mussten wir tun.

    Die erste und schnellste Lösung für uns war ein altes Backup. Das Komplettbackup machen wir nachts um 05:00 Uhr und es war bereits 18:00 Uhr. Viele Spieler hätten also den gesamten Spieltag verloren. Im Chat ging das Gejammere bereits los, als das Wort Backup gefallen war.

    Also das Fitnessstudio auf morgen verschieben, den Server dicht machen und sämtliche Logs analysieren. Nach knapp drei Stunden hatten wir alle unrechtmäßigen Items gefunden, das Geld der betroffenen Spieler korrigiert und die Übeltäter gebannt. 21:00 Uhr - Zeit fürs Abendessen.

    Während dieser Wartungsarbeiten war die Shoutbox und der Teamspeak sehr aktiv. Einige Spieler beschwerten sich darüber, wieso sie seit zwei Stunden nicht mehr auf den Server kommen und was sie jetzt dadurch für Nachteile haben. Auch nach den Wartungsarbeiten klang diese Aufregung im Chat erst langsam ab.

    Ich denke jeder kann sich vorstellen, dass mit jedem Satz, der in diese Richtung fällt, die Motivation dahinschwindet, auch nur noch eine Sekunde des Tages in den Server zu stecken.

    Als ich dann später noch einen Blick ins Forum wagte, sah ich eine äußerst zynische Bemerkung darüber, dass die Preisliste auf unserer Webseite an dem Tag nicht mit der Liste im Spiel synchronisiert wurde: “[..] und wieder einmal stimmen die Preise nicht überein. [..] Macht ihr echt gut ;-)”.

    Was könnte jetzt in dem Menschen vorgehen, der bereits die letzten drei Stunden, also praktisch die gesamte freie Zeit seines Tages, in das Projekt gesteckt hat? Hoffentlich offenkundig.

    Wir müssen verstehen, wie nutzlos es ist, sich in bestimmten Situationen zu beschweren. Weder kommen irgendwelche Items wieder, noch wird ein Problem dadurch gelöst, dass ihr andere Menschen an eurem Frust teilhaben lasst - im Gegenteil. Wir müssen uns öfter in die Lage der anderen Menschen hineinversetzen, um zu verstehen, dass wir manchmal einfach die Klappe halten bzw. zurückhaltender reagieren sollten.


    Kritik != Meckern

    Wenn ich jemanden dazu auffordere, nicht zu meckern, kommt häufig ein “Ja soll ich einfach nichts sagen, wenn es Probleme gibt?” zurück und das ist natürlich nicht gemeint.

    Der Unterschied zwischen Beschweren und Meckern gegenüber dem Äußern von Kritik liegt für mich darin, dass Meckern darauf abzielt, dem Empfänger etwas an den Kopf zu werfen. Ich weiß nicht, wieso wir das tun, aber es scheint uns Genugtuung zu geben, wenn wir andere Menschen schmerzhaft wissen lassen, dass wir mit ihnen oder ihrer Arbeit nicht zufrieden sind. Anschließend wundern wir uns über das Ergebnis dieser Haltung.

    Es bringt nichts, sich über Dinge auszulassen oder zu beschweren, nur um den eigenen Frust zu befriedigen. Wenn in den Serverregeln steht, dass Items aufgrund der Fairness nicht wiederhergestellt werden, ist es unnötig, sich über deren Verlust zu beklagen. Jede Klage, egal ob berechtigt oder nicht, hinterlässt ein Stückchen Demotivation.

    Entscheidend ist wie immer die Art und Weise, wie etwas gesagt wird. Je offensiver und vorwurfsvoller die Äußerung des eigenen Unmuts ist, umso eher wird sie bei anderen als Meckerei aufgefasst. Beobachtet eure Äußerungen, wenn ihr euch das nächste mal über etwas aufregt.

    Zudem ist es wichtig, die eigene Position zu beachten: Bin ich wirklich in der Position, dass ich mich beschweren kann? Welchen Anspruch habe ich als normaler Spieler darauf, dass die Teammitglieder mir ihre Freizeit schenken oder dass ein Entwickler sein Plugin aktualisiert, damit ich es nutzen kann?

    Diese Überlegungen scheinen einfach, führen aber zu großer Erkenntnis. Nämlich der Einsicht, dass wir in den meisten Fällen dankbar für das sein müssen, was uns gegeben wird, da nichts selbstverständlich ist.


    Das Gleichgewicht

    Sobald Kritik überwiegt, auch wenn sie freundlich, neutral und dankbar übermittelt wird, entstehen Zweifel an der eigenen Tätigkeit. Das ist auch erstmal nicht schlimm, denn wenn ein Projekt niemandem gefällt, dann ist das halt so. Wenn es jedoch Menschen gibt, denen das Projekt gefällt, diese sich jedoch nie zu Wort melden und der Betreiber stattdessen nur die negativen Stimmen hört, wird er die Motivation verlieren.

    Mit jeder noch so kleinen Anerkennung können wir also gegen den Frust anstinken, den undankbare Menschen hinterlassen. Und es ist wichtig, dass wir das tun.

    Jeder kann selbstkritisch hinterfragen, ob er eher Motivation und Demotivation erzeugt, um in Zukunft etwas durchdachter zu handeln. Natürlich in beidseitigem Interesse.


    Erste Schritte

    Abschließend einfache Beispiele für den Anfang, an die sich jeder ab sofort halten kann. Grundsätzlich ist der Effekt umso größer, je mehr Aufwand ersichtlich ist. Ein “Gefällt mir” sagt nicht so viel aus wie ein persönliches “Dankeschön” in Textform und ein Zweizeiler kommt gegenüber einem ausführlichen Feedback eher als Alibi-Dankeschön daher.

    • Drückt bei allen YouTube-Videos auf “Gefällt mir”, die euch gefallen.
    • Abonniert alle Kanäle, deren Videos euch grundsätzlich gefallen.
    • Markiert alle Beiträge in Internetforen mit “Gefällt mir”, die euch gefallen.
    • Bedankt euch als Serverbetreiber bei allen Entwicklern - besonders bei den kleinen Projekten - von denen ihr eure Plugins bezieht: Einen kurzen Text schreiben und mehrfach per PN versenden.
    • Falls ihr auf einem Server spielt, erstellt noch heute einen Post im Forum und bedankt euch beim gesamten Team für die bisherige Arbeit mit Lob. Bei der Gelegenheit könnt ihr auch eure Verbesserungsvorschläge loswerden, aber bitte nicht zu viele auf einmal!
    • Bevor ihr das nächste Mal beginnt zu meckern, stellt euch selbst die Frage, ob das eure Situation wirklich verbessern könnte. Falls nicht - lasst es.
    • Überlegt euch selbst, in welchen Situationen ihr anderen Menschen einfach Dankbarkeit und Anerkennung aussprechen könnt und achtet in Zukunft darauf. Denkt auch darüber nach, von welchen Menschen und Projekten ihr derzeit profitiert und gebt ihnen irgendetwas zurück, auch wenn es nur ein aufrichtiges Dankeschön ist.

    Schlusswort

    Ich habe sehr viel geschrieben und doch bereits 80% des ursprünglichen Textes entfernt, da ich kein Ende finde und nicht genug Beispiele dafür aufschreiben könnte, welche die Aussagen untermalen. Bevor ich den Beitrag weiter aufschiebe, habe ich den aktuellen Stand veröffentlicht. Hoffentlich gibt es Ergänzungen, die ich aufnehmen darf ;)

    Da habe ich mich gefragt, wieso ich es sein sollte, der hier irgendwelche Geschichten erzählt. Ein Großteil von euch wird Erfahrungen gemacht haben, die anderen Einblicke darin ermöglichen, was Menschen motiviert und was sie demotiviert. Vielleicht finden sich einige darin wieder und behalten sie für die Zukunft in Erinnerung. Es würde mich freuen, wenn ihr eure eigenen Erfahrungen schildert oder zumindest eure Meinung hinterlasst.

    Damit entlasse ich euch und bedanke mich für die bisherige Aufmerksamkeit :)

    Macht es besser!
     
    #1
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  2. GerFisch
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    GerFisch

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    Ich stimme mit dir in allen Punkten überein. Allerdings muss man auch sagen, dass Dankbarkeit schnell missverstanden werden kann. Ich persönlich achte zwar, darauf, mich regelmäßig für jedwede Arbeit zu bedanken, allerdings achte ich auch darauf, wem ich wann und wodurch meinen Dank vermittle.
    Ich denke nämlich nicht, dass es derart einfach ist, wie von dir vermittelt. Sicherlich ist es ein sehr guter Grundsatz, für alles Geleistete dankbar zu sein, da nichts selbstverständlich ist. Dankbarkeit kann der Motivation allerdings auch entgegenwirken. Wie so häufig ist meiner Meinung nach der schwierige Mittelweg der beste:
    Dankbarkeit ist wohl die wichtigste und gleichzeitig einfachste Motivationsquelle. Nichtsdestotrotz bestätigt sich immer wieder meine Erfahrung, dass es Menschen gibt, bei denen der entrichtete Dank mit jedem Mal an Wert verliert. Wenn man also zu häufig dankt, beginnt man manchmal, den Gegenüber dazu zu bringen, den eigenen Dank als selbstverständlich anzusehen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Motivationswirkung von Dankbarkeit versiegt.
    Genauso gibt es Personen, die Dankbarkeit als entgültige Bestätigung sehen. Wer ihnen also gedankt hat, der begibt sich also nach deren Ansicht in die Position eines Schuldigers. Auch dann ist die Motivation dahin, da der Dank als Zeichen dafür genommen wird, dass bereits getan wurde, was nötig ist.

    Ich denke also, dass es auf längere Zeit notwendig ist, zwar angemessen Dankbarkeit zu zeigen, diese aber je nach Person zu dosieren, um den Wert seiner Dankbarkeit nicht zu entwerten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sich auf dieser Dankbarkeit nicht ausgeruht wird. Hierbei muss man die Leute, mit denen man arbeitet kennenlernen, um abschätzen zu können, mit wem man sich auf welche Weise zu verhalten hat, denn jeder versteht wiederum den Dank unterschiedlich.
    Darüber hinaus ist Dankbarkeit zwar wichtig für die Motivation, aber nicht als einziger Faktor bedeutend.

    Ein wichtiger Vorteil besteht in Ausstrahlung und die kann über Teamspeak oder Skype die selbe Intensität besitzen, wie von Angesicht zu Angesicht. Austrahlung ist zwar manchen Menschen gegeben, aber für jeden erlern- und trainierbar. Wer keine Ausstrahlung und wenn nur im Ansatz besitzt, dem hilft Dankbarkeit nur bis zu einem gewissen Punkt.
    Denn jeder, der ein Projekt leitet, wenn es noch im langwierigen Aufbau ist, fragt sich, ob ein Erfolg zu Stande kommt, der diesen Aufwand wert war und jeder beginnt zu zweifeln. Die Aufgabe der Leitung aber ist es, diese Zweifel für sich selbst zu beachten, dem Team aber jegliche Zweifel in diese Richtung zu nehmen. Das wird oft mit einer Lüge gleichgesetzt: Man erkennt die Gründe dieser Zweifel selbst, redet aber den anderen ein, die Zweifel seien vollkommen unbegründet?
    Egal ob Lüge oder strategische Beeinflussung genannt, die Zerstreuung dieser Zweifel ist ebenfalls ein für die Sicherung der Motivation notwendiger Faktor.

    Zu guter Letzt kommt auch noch die eigene Arbeit hinzu. Ich verstehe es, wenn Projektleiter sagen, sie seien zu beschäftigt mit der Konzeption und Koordination, um selbst aktiv Hand anzulegen. Wer diese Begründung anführt, ist aber entweder dazu verpflichtet, sich dennoch die Zeit zu nehmen, aktive Präsenz zu zeigen, oder es ist nötig, dass dieser Projektleiter Transparenz schafft und dem Team offenlegt, warum er nicht aktiver mithelfen kann. Oftmals erklärt sich das Team bei letzterem Fall bereit, an Konzeption und Koordination mitzuarbeiten, was der betreffende Projektleiter dann aber auch mit Dankbarkeit und aktiverer Präsenz zu entlohnen hat. Mangelnde Transparenz oder der Anschein mangelnder Entschlossenheit und eigener Arbeit sind Negativquellen, die die Motivation weit schneller zerschlagen, als es fehlplatzierte Dankbarkeit oder unzureichende Ausstrahlung je könnte.

    All das sind nur Ausschnitte, die das komplexe Gebilde "Motivation" betreffen. Hierbei ist es von größtem Nutzen, ersteinmal aus Sicht des Arbeiters die Wirkung auf die eigene Motivation erkannt zu haben, bevor man sich Anmaßen kann, über die Motivation anderer zu wirken zu versuchen. Obige Punkte beziehen sich oft auf Projektleiter, was allerdings nur aus dem Grund so formuliert ist, dass die Erhaltung der Motivation eine der Hauptaufgaben der Leitung ist. Natürlich gelten obige Regeln aber für jeden Teil des Teams, denn jeder hat die Möglichkeit, die Motivation seines Teams durch Dankbarkeit, Ausstrahlung oder aktivere Präsenz aufrecht zu erhalten.
     
    #2
  3. Clymber
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    Clymber

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    Wirklich schöner Beitrag! Und leider stimmt es :( So viele schöne Projekte gehen schon in der Planung den Bach unter Ahhhh! Unqualifiziertes Personal! Muss .. ähhh.. bekämpfen!
     
    #3
  4. maxi1498
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    maxi1498

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    maxi1498
    Ich danke @Baba43 für diese Tipps besonders dieser Abschnitt:

    Darum fordere ich jetzt einfach mal alle auf zu einem freiwilligem "Freundlichsein"

    Also lasst uns alle einfach mal ein bisschen hilfreicher und Dankbarer sein!

    Dann kann jeder hier etwas besonderes schaffen!
     
    #4
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  5. Mario52
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    Mario52

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    Dazu kann ich auch was sagen:
    Heute gabs bei uns einen Hosterwechsel und um alles perfekt zu machen ist der Owner gleich um 5 aufgestanden und hat dann mal den morgen damit verbracht. Als der Wechsel fertig war und die Whitelist auch wieder offline, ging es schon los. Alle beschweren sich über ein benutztes Backup und über Laggs. Am ganzen Tag kam nur ein Dankeschön, dafür das das Team den ganzen Tag rumsitzt und am Server arbeitet.
     
    #5
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  6. Daniel
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    Daniel Administrator Redakteur

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    Wer kennt diese Situationen nicht? Jeder, der in einem Team arbeitet, und das sind in diesem Forum enorm viele, investiert einen erschreckend großen Anteil seiner Freizeit in ein Projekt seiner Wahl. Und dabei spielt natürlich Motivation eine große Rolle, ganz gleich ob es das Team eines Servers, eines Forums oder einer Serverliste ist ;)

    Auf der anderen Seite halte ich es jedoch auch für naiv, für jede Tat, die man vollbringt, einen Orden oder mindestens ein Dankeschön zu erwarten. Wenn man sich für ein Projekt und somit auch für seine Community engagiert, muss man wohl oder übel mit Undank rechnen, denn das ist nicht anders als auch im wahren Leben. Das ist für die jeweilige Person natürlich weder motivierend noch lohnbringend, aber damit muss man, wenn man durchhalten will, leben.

    Umso mehr finde ich es daher von Vorteil, dass Leute solche Beiträge schreiben. Dankbarkeit und Anerkennung zeigen ist nie falsch, aber man darf nicht den Fehler machen, sich daran zu gewöhnen.
     
    #6
  7. Mario52
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    Mario52

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    Mario_52
    Da stimme ich dir auch zu.
    Es wäre besser gewesen wenn die User wenigstens nichts gesagt hätten, statt die ganze Zeit rumzujammern.
     
    #7