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Buycraft & co rechtswidrig?

Freppel

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Vor der Eröffnung meines Servers habe ich mich nochmals mit allen rechtlichen Aspekten beschäftigt.

Dabei ist mir aufgefallen das 90 % der Server aufgrund von Formfehlern, nicht genau definierter oder fehlenden Grundangaben in AGB oder fehlender Informationen im Impressum (EU-Streitschlichtungsplattform) sowie lückenhafter Datenschutzbestimmungen berechtigt abgemahnt werden können.

Bei weiterer Recherche bin ich auf Informationen gestoßen, welche mir eindeutig sagen das Buycraft als Shopsystem in Deutschland rechtswidrig ist, da Buycraft auf rechtliche Grundlagen in Großbritannien aufbaut.
Es besteht kein Zugriff auf den Bestellstatus bzw -Verlauf und die Rechnung kann nicht online auf der Shopseite nachträglich eingesehen werden.

Zudem hat der Nutzer nach dem Kauf keine Einsichtmöglichkeit seine gespeicherten Daten und ein Antragsformular zur Einsicht der Daten wird auch nicht bereitgestellt. (§§ 19, 34 BDSG)

Man stimmt zudem im Buycraft-Shopsystem nur AGB zu, wobei die Widerrufsbelehrung sowie Datenschutzbestimmung mit max. 2 Klicks erreichbar sein muss. Dies ist im Warenkorb nicht der Fall.

Ich hoffe das die Diskussion hier nicht zu Streit führt - jedoch wäre ich über sinnvolle Antworten sehr erfreut.

Gruß
Freppel
 
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Chrisliebär❤️

nur echt mit ❤️
Moderator
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Das ist so wie du das ausgeführt hast absolut korrekt. Ich hab da ebenfalls nichts mehr zu ergänzen. Abmahnen kannst du natürlich jeden, ich glaube nur, dass du eine Abmahnung wegen Unlauteren Wettbewerb (denn genau das wäre dies) nur an Konkurrenten richten kannst. Da es sich in aller Regel nicht um Unternehmen handelt, ist eine Abmahnung nicht unbedingt das Mittel der Wahl, aber das sind nur Details, die Shops erfüllen trotzdem, wie du bereits festgestellt hat, nicht die gesetzlichen Forderungen.

Warum benutzt es dann jeder? Weil die meisten Menschen einfach zu dumm sind und Gesetze entweder nicht verstehen oder es sie nicht interessiert. Du hast bei deinen Recherchen sicherlich mehrfach festgestellt, dass es z.B. viele Serverbetreiber gibt, die ihre "Verkäufe" als "Spende mit Gegenleistung" definieren und damit glauben sie sind fein raus. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall und wo kein Kläger da kein Richter. Natürlich hätte diese Argumentation vor Gericht absolut keine Bedeutung, aber wie gesagt, die Leute verstehen die Gesetze in aller Regel einfach nicht. Versuch mal zufälligen Personen zu erklären, warum wir den Richtervorbehalt für Eingriffe in Grundrechte haben, das versteht auch niemand mehr.
 
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Freppel

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Ich habe nicht vor jemand abzumahnen, nur habe ich halt festgestellt das viele da einfach absolut leichtsinnig handeln. Weil ich möchte da wirklich auf allen Ebenen sicher sein - bei dem was ich tue. Es kann immer mal irgendwer auf die Idee kommen - denn ist eine Abmahnung gerechtfertigt zahlt die Kosten der abgemahnte.

Es gibt viele Server dessen Inhaber ein gewerbe angemeldet haben zumindest bei den etwas "erfolgreicheren" Servern.
 
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FelixKlauke

Erzengel
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FelixKlauke
Ich habe nicht vor jemand abzumahnen, nur habe ich halt festgestellt das viele da einfach absolut leichtsinnig handeln. Weil ich möchte da wirklich auf allen Ebenen sicher sein - bei dem was ich tue. Es kann immer mal irgendwer auf die Idee kommen - denn ist eine Abmahnung gerechtfertigt zahlt die Kosten der abgemahnte.

Es gibt viele Server dessen Inhaber ein gewerbe angemeldet haben zumindest bei den etwas "erfolgreicheren" Servern.

Dann brauchst du wohl ein vernünftiges Shopsystem und musst Rechnungen ausstellen. Das ist als Privatperson dann immer so eine Sache. Um auf der sicheren Seite zu sein brauchst du eben ein Unternehmen, sonst kann dir auch weiterhin an jeder Ecke jeder ans Bein pinkeln. Noch besser wäre es wenn du die ganze Shopsache einfach sein lassen würdest. Unter einer gewissen Userzahl wirft das sowieso nicht genug ab, als dass sich der Aufwand lohnt. Und ja: Viele sind leichtsinning, wie es aussieht machst du dir wenigstens Gedanken.
 
G

gencapd

Guest
Ich habe es ja schon mehrfach hier geschrieben: Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, musst du einen Rechtsanwalt konsultieren; der kennt sich damit aus und kann die Sache wasserdicht machen.

Biete Buycraft eigentlich die Möglichkeit an, die gesetzlich geforderten Maßnahmen zu implementieren?
Alternativ bin ich mir ziemlich sicher, dass Shopware es tut. Wobei man da dann wieder ein eigenes Skript bräuchte, das bei einem Kauf direkt den Ingame-Rang vergibt.
 

Freppel

Minecrafter
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Dann brauchst du wohl ein vernünftiges Shopsystem und musst Rechnungen ausstellen. Das ist als Privatperson dann immer so eine Sache. Um auf der sicheren Seite zu sein brauchst du eben ein Unternehmen, sonst kann dir auch weiterhin an jeder Ecke jeder ans Bein pinkeln. Noch besser wäre es wenn du die ganze Shopsache einfach sein lassen würdest. Unter einer gewissen Userzahl wirft das sowieso nicht genug ab, als dass sich der Aufwand lohnt. Und ja: Viele sind leichtsinning, wie es aussieht machst du dir wenigstens Gedanken.

Wir haben ein eigenes Shopsystem programmiert. Die Spieler, welche sich einen Rang oder dekorative Gegenstände erwerben möchten, können dies nach Anmeldung auf unserer Website tun. Einsicht auf Rechnungen, Bestellverlauf ist gegeben. Rechnungen werden versendet, und auch durch Backups mehrfach gesichert. Wir halten uns streng an gesetzliche Vorgaben und sind Mandant einer großen IT-, Medien- & Wettbewerbsrecht aus München und haben und dort auch eigene AGB, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung schreiben lassen und einen Intensivcheck durchführen lassen so das wir sicher sind. Desweiteren haben wir dort auch einen Jugenschutzbeauftragten ob man das braucht ist eine andere Frage - wir halten es jedoch für angemessen besonders bei Minecraft.
 

Zentix_HD

Kuhfänger
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Hey,
Da die webseiten der Fima Buycraft auch in GB stehen, wird hier nach internationalem/amerikanischen Recht gehandelt. (Zum thema shopaufbau)

Das mit dem Unternehmen stimmt auch nicht. Man muss zwar eine mehr Wertsteuer versteuern und sollte es dem Finanzamt melden, sodass sie eine extra Steuerkatei anlegen und dir die Steueridentifikationsnummer geben, aber nach einem Jahr entscheidet wahrscheinlich das Finanzamt, dass du zu wenig verdienst. Ab da muss du nur eine steuererklärung schreiben und aber nix zahlen.

LG
 

KillawOrCarel

Kuhfänger
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Dann brauchst du wohl ein vernünftiges Shopsystem und musst Rechnungen ausstellen. Das ist als Privatperson dann immer so eine Sache. Um auf der sicheren Seite zu sein brauchst du eben ein Unternehmen, sonst kann dir auch weiterhin an jeder Ecke jeder ans Bein pinkeln.

Ein Shop benötigt per definition ein Gewerbe, da es kein "freier Beruf" ist.
http://www.juraforum.de/lexikon/gewerbe schrieb:
Jede wirtschaftliche Tätigkeit, die dauerhaft, unter eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung zum Zweck der Gewinnerzielung durchgeführt wird, bezeichnet man als Gewerbe.

Das mit dem Unternehmen stimmt auch nicht. Man muss zwar eine mehr Wertsteuer versteuern und sollte es dem Finanzamt melden, sodass sie eine extra Steuerkatei anlegen und dir die Steueridentifikationsnummer geben, aber nach einem Jahr entscheidet wahrscheinlich das Finanzamt, dass du zu wenig verdienst.
Steuer- und Gewerberecht sind zwei verschiedene und unterschiedliche rechtliche Grundlagen. Selbständige und Unternehmen müssen eine Steuererklärung abgeben. Letztere ist auch abhängig von der Unternehmensform. Die hier angesprochene Mehrwertsteuer kommt auch wiederum auf das Unternehmen an (Diese abzuführen ist nicht immer notwendig).

Hey,
Da die webseiten der Fima Buycraft auch in GB stehen, wird hier nach internationalem/amerikanischen Recht gehandelt. (Zum thema shopaufbau)
Ich weiß ja nicht wo genau die Buycraft ihre Server bezieht. Aber rein technisch gesehen werden diese über Cloudflare und routen damit über America. Die dahinterstehenden Server kann ich so jedoch nicht sehen. Ich würde aber vermuten, dass diese in den vereinigten Königreichen stehen. Für die weitere Betrachtung ist das aber unbedeutend.

Eine Firma, welche in England / Wales angemeldet ist, muss auch nach den dortigen Gesetzen leben (und nicht nach dem amerikanischen Recht). Deutsche Firmen, die Buycraft verwendet muss natürlich auch nach deutschen Gesetzen und nicht nach englischen Gesetzen leben. Der Verkauf, um den es hier letztlich geht, findet zwischen dem Kunden und dem (Minecraft-)Server selber und nicht zwischen Buycraft aus. Das ist genau wie bei Amazon, welches in vielen Fällen nur die Platform bietet. Da dieser Handel in der Regel zwischen einem deutschen Kunden und einem deutschen Server ist, gilt hier ausschließlich deutsches Recht (hier bleibe ich mal nur im deutschen Sektor ohne einen komplizierteren internationalen Handel).

PS: Hier auch ein einfacher Beweis für meine obigen "Behauptungen" fachlich fundiert sind.
PPS: Ich hoffe das dieser Beitrag das hier gefährliche publizierte Halbwissen aufgeklärt hat.
 
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