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Die Kapitalisierung von Minecraft und die Wiederkehr der Visionäre.

Necon

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Disclaimer: Ich will hier niemanden zur schau stellen oder angreifen, ich freu mich über jede Rückmeldung positiv wie negativ.

Was ist eigentlich passiert?


Ich kann mich noch an Zeiten erinnern ( damals noch mit einem anderen Account) indem das Forum und die Minecraft Community in voller blühte standen und man nicht mehr wusste welchem Projekt oder tollen Idee man sich als nächsten widmen sollte.

Das ein Thema im Forum mit dem Titel "Wieso man keinen Server eröffnen sollte" ( verdammt der ist von 2013, man bin ich alt ) zum Teil heute noch kommentiert wird, gibt niemand zu denken?

Zu meiner Zeit hatte nicht jeder dritte gefühlt einen Hacking Clienten installiert und man brauchte kein komplettes Supporter Team um auf einem großen Server für Ordnung zu sorgen, den die Leute haben sich in der Regel benommen. Developer und Builder mussten nicht bezahlt werden und wenn Sie bezahlt wurden hat man auch was für sein Geld bekommen. Man brauchte kein Team aus Sicherheit***perten um selbst kleine bis mittlere Server vor Hackerangriffen zu schützen.

Bin ich der Einzige ?

Ich sehe einen Minigame Server nach dem anderen aus dem Boden sprießen, mit einem super "einzigartigen" Konzept, der keinen Monat überlebet und dann nur noch mehr frustrierte Teammitglieder hinterlässt. Die Team und Spielersuche ist voll mit Leuten welche Mittelmäßige Arbeit anbieten. Zum teil für Geld und die Leute fallen auch noch drauf rein. Jeder hängt nur noch auf den Großen Servern rum, spielt immer die gleichen Spielmodi, streamt immer wieder den selben Mist, kommt immer wieder mit den gleichen Ideen um die Ecke. Bin ich der einzige der das so sieht? Sind wir abgestumpft was das angeht? Ist das jetzt das neue "Normal". Verdammt, wenn ja... ist das echt frustrierend.

Meine Erfahrungen der letzten Jahre

Ich habe das Glück ein großes Projekt zu leiten, in dem noch ein paar letzte Visionäre arbeiten welche viel Liebe und Zeit investieren. Doch auch hier schleicht sich nach vielen Jahren langsam die Frustration ein und ich kann es niemandem verdenken. Der Nachschub an klugen und motivierten Teammitgliedern bleibt aus, nicht nur bei uns. Ich bin gut vernetzt, niemand findet mehr Leute, allein das Verhältnis von Spielersuche zu Teamsuche in diesem Forum spricht Bände. Leute werden übers Ohr gehauen, bezahlen Builder die ihnen dann nur fertige Gebäude von anderen Karten auf ihre Welt kopieren. Plugins werden zum Teil unfertig oder gar nicht fertig gestellt, obwohl dafür bezahlt wurde. Manche "Developer" bewerben sich nur um dann nachher das Netzwerk zu hacken und nie wieder gesehen zu werden.

Und von den Bewerbern wollen wir nicht anfangen. Keiner verlangt das jemand 24/7 online ist um sich dem Projekt zu widmen, aber niemand scheint mehr irgend ein Pflichtbewusstsein mit sich zu bringen. Verteilte Aufgaben werden schlichtweg nicht erledigt, Kommunikation ist für die meisten ein Fremdwort, Kritikfähigkeit ist nicht mehr vorhanden. Da Frage ich mich dann ernsthaft warum manche Leute sich überhaupt die Mühe machen Bewerbungen zu schreiben, wenn ihnen nachher die Motivation fehlt irgendwelche Verantwortung in einem Projekt zu übernehmen. Versteht mich nicht Falsch es gibt immer noch Klasse Leute da draußen, ich will nicht alles Schwarz malen. Aber in der Regel sind das die alten Hasen die schon lange dabei sind.

Hinzu kommt das die meisten neu gegründeten Projekte und die dazugehörigen Teammitglieder offensichtlich keinen Schimmer mehr davon haben wie man organisiert ein Konzept ausarbeitet, realistische Ziele setzt und diese umsetzt. Kompromisse einzugehen oder Hilfe an zu nehmen scheint wohl neuerdings verboten zu sein. Das manche Dinge Zeit benötigen scheint den meisten nicht mehr bewusst zu sein und die Aufmerksamkeitsspanne von manchen reicht nicht mehr über das nächste TikTok Video.

Die Kapitalisierung von Minecraft und das Geschäft mit der Faulheit

Versteht mich nicht Falsch. Es ist absolut legitim für ein gut gecodetes Plugin Geld zu verlangen...ABER. Die Preise die zum Teil für manche Plugins/ Custom Modele, Mods aufgerufen werden stehen in keinem Verhältnis zu dem Aufwand dahinter. Ich habe das große Glück fähige Leute in meinem Team zu haben die alles abdecken was man sich wünschen kann, von Servertechnik und Plugin Development über das Modellieren von Custom Modellen oder dem erstellen von Texturpacks . Gerade deswegen kann ich den meisten heutzutage nur empfehlen, schaut zweimal hin bevor ihr etwas kauft! Den viele Dinge sind mit etwas Motivation und Zeit schnell selbst gemacht.

Und da kommt die Faulheit ins Spiel. Wie oft bekomme ich Anfragen ( ich selbst bin Builder) zur Erstellung von Builds, für Summen die jenseits von gut und Böse sind? Wie oft bekomme ich Anfragen ob ich meine Custom Modele verkaufe, welche ich in nur wenigen Stunden erstellt habe.
Wieso sind alle bereit soviel Geld aus zu geben, für Schund den man selber machen kann? Wie soll den ein Projekt jemals Finanziell abbildbar sein wenn man alles nur einkaufen geht? Wo ist die Eigeninitiative geblieben?

Der Wert einer Idee besteht in seiner Umsetzung

Wieso ist keiner mehr bereit für ein Projekt zu arbeiten und wieso denkt jeder er könnte es selbst besser und müsste seinen eigenen Server Gründen? Ich kann die Gespräche nicht mehr zählen, in denen ein Serverowner Teammitglieder oder Sponsoren sucht, obwohl er offensichtlich keinen Plan hat was sein Konzept ist. Ich kann das Wort "einzigartig" nicht mehr hören weil es offensichtlich ein Synonym für "Ich hab keinen Plan" ist. Und trotzdem wird es runtergebetet als wäre es der Heilige Gral. Jeder scheint eine super Idee zu haben aber keiner weiß mehr wie er Sie umsetzen soll. Das Aufgeben eines zum scheitern verurteilten Projekts führt zu Frustration und unnötigem verschleiß sowie Demotivation von vielen sonst fähigen Teammitgliedern.

Zerstören wir Minecraft?

Ich werde niemanden dafür verurteilen der Plugins, Custom Modelle oder Mods verkauft. Und ich werde auch niemanden verurteilen der von seinem eigenen Minecraft Server träumt. Ich bin nicht naiv genug zu denken das dieser Post im großen was ändern wird... Aber es reicht mir schon Leute zum nachdenken zu bringen. Ich möchte die Frage in den Raum werfen "Sind wir nicht alle selbst verantwortlich für das was passiert?". Hat sich nicht jeder schon einmal in dieser Spirale wiedergefunden? Ich vermisse die Zeiten wo sich Leute zusammen getan haben, um große Dinge zu schaffen. Ich vermissen die Kompromissbereitschaft und die Aufopferung die ich in der Vergangenheit von vielen motivierten Leuten für ein Projekt empfinden konnte. Ich vermisse die Hart arbeitenden Visionäre, die Belohnende Arbeite geschaffen haben. Und vielleicht wird dieses Gefühl nie wieder kommen. Aber ich hoffe darauf das die Visionäre und Träumer die in den letzten Jahren aufgegeben haben irgendwann wieder zurück kommen und Minecraft wieder etwas leben einhauchen. Das Spiel bietet es, wir müssen nur wieder an sein Potential glauben. Und ich werde damit Anfangen...
 

Baba43

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baba43
Du hast grundsätzlich Recht, allerdings ja selbst erkannt, dass diese Situation schon lange so ist. Der große Hype um Minecraft ist einfach nicht mehr derselbe und die Konkurrenzsituation hat sich zum Vorteil von "Großkonzernen" (YouTuber-Netzwerken) und somit zum Nachteil von leidenschaftlichen Hobbyprojekten entwickelt. Das hatte ich (schon vor längerem) auch mal thematisiert in "Wie viele Halloween Sales kann die Community verkraften?".

Zudem glaube ich, dass wir alten Hasen häufig mehr unserer eigenen Vergangenheit hinterhertrauen, als den tatsächlichen Gegebenheiten. Natürlich waren die Umstände damals anders, aber vermisst Du wirklich die Umstände, oder möchtest Du eigentlich wieder zurück in die Zeit, mit der Du so viele positive Erlebnisse verbindest? Und wenn Du dann überlegst, warum das heute in der Form nicht mehr geht, liegt es dann wirklich daran, dass die Zeiten heute anders sind, oder daran, dass Du (und möglicherweise Deine Freunde) heute einfach selbst in einer anderen Situation sind?

Bei mir ist es z. B. so, dass ich in der Vergangenheit immer wieder überlegt hatte, noch mal ein Projekt zu starten, weil das Ganze einfach riesen Spaß macht und ich noch so viele Ideen im Kopf habe. Es kostet aber auch immens viel Zeit, ein ernsthaftes Projekt aufzubauen bzw. tatkräftig zu unterstützen. Als ich meinen letzten erfolgreichen Server aufgebaut habe, war ich noch im Studium und Minecraft war das Beste und Produktivste, was ich mit meiner Zeit tun konnte. Genau so ging es praktisch allen, die mir damals geholfen haben und deshalb haben wir irre viel schaffen können. Nun ist man berufstätig, hat durch verschiedene Verpflichtungen bei weitem nicht mehr so viel Zeit und auch noch das Problem, dass man Geld verdienen muss. Das heißt, dass die Umstände für jemanden wie mich (und vielleicht für Dich?) einfach ganz anders sind, unabhängig davon, dass sich die Server-Situation verändert hat und auch immer wieder verändern wird.

Denn um darauf wieder zurückzukommen: jeder Markt entwickelt sich, ob es einem gefällt oder nicht. Man muss aufpassen, dass man sich selbst mitentwickelt, oder feststellt, dass der Markt nichts mehr für einen ist. Man kann sich seine Umgebung und seine Community nicht herbeiwünschen. Das ist Dir sicher auch bewusst und ich möchte damit nicht den Beitrag kritisieren, sondern deutlich machen, dass es meiner Meinung nach primär an uns und unseren eigenen Interessen liegt.

Für mich gibt es in dieser Hinsicht aber auch immer wieder Lichtblicke. Als ich vor einigen Monaten damit begonnen habe, ein neues Projekt zu planen und umzusetzen, war ich sehr überrascht, wie positiv die alten Hasen, mit denen ich früher zusammengearbeitet hatte, darauf reagiert haben. Sofort war das Interesse da, sich einzubringen und die Euphorie war spürbar. Natürlich erzählt mir jeder, dass er nicht mehr so viel Zeit hat, aber was ich daraus gelernt habe ist, dass es da draußen viele "Schläfer" gibt, die sehr wohl bereit sind, sich in Projekte reinzuhängen, wenn es eine vielversprechende Basis gibt. Wir haben auch Spieler der jüngeren Generation im Team, aber besonders spannend fand ich, dass die alten Hasen teilweise ihren Spaß an Minecraft wiederentdeckt haben, da es nach x Updates so viele neue Möglichkeiten gibt.

Geeignete Leute zu finden war immer schwierig, aber ist heute mit Sicherheit nicht einfacher, da der Markt weitgehend gesättigt ist. Die meisten Leute und Teams sind nicht in der Lage, einen Server aufzubauen, der mit der Konkurrenz mithalten kann. Deshalb besteht für Viele die größte Hoffnung darin, sich einem gut laufenden Projekt anzuschließen, anstatt die Zeit in einer dauerhaften Baustelle zu vergeuden. Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen und diese Perspektive muss man geben. Ich muss ehrlich sagen, dass mir das selbst schwer fällt, da meine eigene Zeit begrenzt ist, aber das als Tipp für jeden, der das Projekt am Laufen halten möchte, an dem er gerade arbeitet.

Also, im Großen und Ganzen ist alles wie immer. Es ist mit Zeit und Muße verbunden, ein Projekt aufzubauen, geeignete Leute zu finden, diese motiviert zu halten usw., aber der Weg sollte das Ziel sein. Man muss selbst Spaß an dem haben, was man gerade tut und dann ist die Zeit nie verschwendet, sondern immer besser investiert, als in anderen Spielen, wo am Ende nichts von bleibt.

In diesem Sinne jedem viel Erfolg ;-)
 

Necon

Minecrafter
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Ich glaube nicht das es viel mit Nostalgie zu tun hat. Wir hatten auch damals unsere Probleme. Beirren lassen werd ich mich nicht, unser MMO Projekt wird irgendwann fertig sein, dafür arbeiten zu fähige Leute daran. Nur viele Problem von früher wünsch ich mir manchmal zurück… auch wenn es blöd klingt.

Aber danke für die ausführliche Antwort. =)
 

Aristos

Minecrafter
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Zu meiner Zeit hatte nicht jeder dritte gefühlt einen Hacking Clienten installiert und man brauchte kein komplettes Supporter Team um auf einem großen Server für Ordnung zu sorgen, den die Leute haben sich in der Regel benommen. Developer und Builder mussten nicht bezahlt werden und wenn Sie bezahlt wurden hat man auch was für sein Geld bekommen. Man brauchte kein Team aus Sicherheit***perten um selbst kleine bis mittlere Server vor Hackerangriffen zu schützen.
Ich war auch vor über 10 Jahren schon in einer Teamleitung, oft im Bereich Konzeption und Support. Auch damals hatten wir viele Trolle, toxische Leute usw.
Das kann ich von der Community meines jetzigen Teams eher nicht behaupten. Sie ist in meinen Augen extrem konstruktiv. Das liegt aber auch ein bisschen daran, dass wir Toxizität by design eher ersticken. Da gibt's einen schönen GDC-Talk zu dem Thema, welches mir die Augen geöffnet hatte. ... leider vergessen welcher.

Wenn du ein Gamedesign hast, wo Spieler einen Vorteil davon haben, sich gegenseitig zu schaden (z.B. bei einem Factions, wo jeder seine Burg am Ende wieder aufbauen muss), wird man auch solche Spieler anziehen und Konkurrenzdenken fördern.

Insgesamt würde ich sagen, dass sich die Spieler in meiner Welt in Sachen Freundlichkeit kaum verändert haben. Es gab schon immer solche und solche. idk.

Bin ich der Einzige ?

Ich sehe einen Minigame Server nach dem anderen aus dem Boden sprießen, mit einem super "einzigartigen" Konzept, der keinen Monat überlebet und dann nur noch mehr frustrierte Teammitglieder hinterlässt. Die Team und Spielersuche ist voll mit Leuten welche Mittelmäßige Arbeit anbieten. Zum teil für Geld und die Leute fallen auch noch drauf rein. Jeder hängt nur noch auf den Großen Servern rum, spielt immer die gleichen Spielmodi, streamt immer wieder den selben Mist, kommt immer wieder mit den gleichen Ideen um die Ecke. Bin ich der einzige der das so sieht? Sind wir abgestumpft was das angeht? Ist das jetzt das neue "Normal". Verdammt, wenn ja... ist das echt frustrierend.
Die Nachahmerei ist echt kurios. Wozu sollte ich einen Klon spielen, wenn ich auch das Original spielen kann? Oder warum sollte ich es nochmal spielen, wenn ich das schon kenne?
In der Praxis funktioniert das nie, außer der Klon hat seinen eigenen Twist und er ist sonst moderner als das Original. Graveyard Kepper ist hier ein schönes Beispiel für einen gelungenen Stardew Valley Klon. Als klar wurde, dass das Spiel das Genre wiederbelebt hat, kamen in kurzer Zeit locker weit über 100 weitere Klone in den Early Access. Am Ende überleben vielleicht 3 oder 4 Stück, die sich (finanziell) früh absichern können. Die anderen verkaufen sich dann nicht mehr gut, weil der Hype vorbei und die Konkurrenz viel zu groß ist. (Sowas sieht man gerade auch beim LLM-Wettrennen)

Mir tut es daher auch leid um die vielen Leute, die große Hoffnungen in ihre Kopier-Arbeit stecken. Gerade im Multiplayer ist es besonders schmerzhaft, weil viele Spiele erst funktionieren, wenn auch wirklich was los ist. Das geht aber nicht, wenn der Hype auf zu viele Spiele verteilt ist.

Ja, die Startup-Phase ist vorbei. Und der Teufel schei*t immer nur auf den größten Haufen. Bei den Neuen kann sich nur noch der durchsetzen, der nahezu alles richtig macht. Eine One in a Million Ding, aber es geht und wird immer gehen.

Und von den Bewerbern wollen wir nicht anfangen. Keiner verlangt das jemand 24/7 online ist um sich dem Projekt zu widmen, aber niemand scheint mehr irgend ein Pflichtbewusstsein mit sich zu bringen. Verteilte Aufgaben werden schlichtweg nicht erledigt, Kommunikation ist für die meisten ein Fremdwort, Kritikfähigkeit ist nicht mehr vorhanden.
Willkommen in der Suprawelt! (Das sollnatürlich keine Empfehlung sein, dass Buch Supramanie zu lesen hust. Ist schließlich deprimierend...)

Hinzu kommt das die meisten neu gegründeten Projekte und die dazugehörigen Teammitglieder offensichtlich keinen Schimmer mehr davon haben wie man organisiert ein Konzept ausarbeitet, realistische Ziele setzt und diese umsetzt.
Fair. Wenn ich an mein erstes Serverteam zurück denke, muss ich sagen, dass auch alles irgendwie einfacher war. Ich habe z:B. gerne auch mal selbst gebaut. Aber da gab es übertrieben gesagt auch nur 20 Blöcke.
Die Hürden sind gestiegen, gerade für Einsteiger. In allen Bereichen.

Und da kommt die Faulheit ins Spiel. Wie oft bekomme ich Anfragen ( ich selbst bin Builder) zur Erstellung von Builds, für Summen die jenseits von gut und Böse sind? Wie oft bekomme ich Anfragen ob ich meine Custom Modele verkaufe, welche ich in nur wenigen Stunden erstellt habe.
Wieso sind alle bereit soviel Geld aus zu geben, für Schund den man selber machen kann? Wie soll den ein Projekt jemals Finanziell abbildbar sein wenn man alles nur einkaufen geht? Wo ist die Eigeninitiative geblieben?
Ich habe in meiner Ausbildung mal mit einem Kernteam aus 3 Gamedesignern in zwei Monaten ein Unreal-Spiel (bzw. einen Vertical Slice) gemacht, welches beim Publikum Locker Erinnerungen an Prey wach rief(Arktonis 13. zu finden bei itch). Es regnete Bestnoten.
Wie wir das ohne Grafiker und Programmierer geschafft haben? "Schlau sein!" (Ego über Board werfen) war unser Motto. Wir haben lange unsere Optionen gesichtet. Lange getestet, welche Assets gut zusammen passen und früh ausprobiert, ob wir die fehlenden Puzzlestücke zusammen bekommen. Nach 10 Minuten Spielzeit war schon Halbzeit und die zweite Hälfte ging fürs Polishing drauf. Mir Grafiker wären keine fünf Minuten zu Stande gekommen

Ich respektiere deine Sichtweise und ich bin ja auch in einem Team, wo wir nahezu alles selbst machen, doch es hat uns Jahre unseres Lebens gekostet. Daher will ich die Ansicht nicht per se teilen. Man muss nicht noch das Rad neu erfinden, wenn man ein neues Auto bauen will. Insbesondere, wenn man unerfahren ist.

Was ich aber zugegebener Maßen auch sehe, ist, wie es einige verpassen, sich rechtzeitig zu professionalisieren. Sie benehmen sich so, als hätten sie 40 Jahre Vollzeit-Erfahrung in der Spielebranche und sie müssten sich daher nicht belesen, Konkurrenzanalysen machen, Personas erstellen oder sonst welche Hausaufgaben nachholen, die Veteranen aus guten Gründen stets vor oder regelmäßig während der Produktion machen (je nachdem ob scrum oder pmbok).

Der Wert einer Idee besteht in seiner Umsetzung

Wieso ist keiner mehr bereit für ein Projekt zu arbeiten und wieso denkt jeder er könnte es selbst besser und müsste seinen eigenen Server Gründen? Ich kann die Gespräche nicht mehr zählen, in denen ein Serverowner Teammitglieder oder Sponsoren sucht, obwohl er offensichtlich keinen Plan hat was sein Konzept ist. Ich kann das Wort "einzigartig" nicht mehr hören weil es offensichtlich ein Synonym für "Ich hab keinen Plan" ist. Und trotzdem wird es runtergebetet als wäre es der Heilige Gral. Jeder scheint eine super Idee zu haben aber keiner weiß mehr wie er Sie umsetzen soll. Das Aufgeben eines zum scheitern verurteilten Projekts führt zu Frustration und unnötigem verschleiß sowie Demotivation von vielen sonst fähigen Teammitgliedern.
Um die 1800'er Jahre+ rum haben viele Reiche Familien ihre nichtsnutzigen Jungs in Anstalten gesteckt. Dort sollte ihnen ihre Nichtsnutzigkeit ausgetrieben werden. Sie waren dort so im Alter zwischen 20 und 25 ehe sie wieder entlassen wurden. Ob die Therapien was gebracht haben? Oder ist es nicht eher eine Frage des Alters? Eine wichtige Phase im erwachsen werden, durch die jeder durch muss, der nicht still stehen will?

Es ist dieses "Fake it till you make it" Problem, was da irgendwie mitschwingt. Mit 20 will man schon was sein. Und man glaubt idealerweise an das eigene Potential. Aber man hat noch nichts vorzuweisen. Man fühlt sich vielleicht auch wie ein 7 Jähriger, der Kritzeleien mit Strichmännchen vorzuweisen hat, dem aber alle einreden, dass er ein großer Maler sei.

Früher haben alle applaudiert, wenn man ein Plugin gut konfiguriert hatte. Es reichte manchmal schon, um eine Community aufzubauen. Nach und nach wurde es komplexer und wir sind idealerweise mitgewachsen. Das war schon eine privilegierte Situation.

Was wir da vielleicht anbieten könnten, wäre Coaching. Dann machen sie nach wie vor ihre Fehler innerhalb ihres Horizonts, aber man kann das schlimmste Verhindern (etwa den Verschleiß von Talenten). Und wir könnten Prozesse vereinfachen, indem wir unser Wissen und unsere Workflows mit der Community teilen.
Ich vermisse die Zeiten wo sich Leute zusammen getan haben, um große Dinge zu schaffen. Ich vermissen die Kompromissbereitschaft und die Aufopferung die ich in der Vergangenheit von vielen motivierten Leuten für ein Projekt empfinden konnte. Ich vermisse die Hart arbeitenden Visionäre, die Belohnende Arbeite geschaffen haben. Und vielleicht wird dieses Gefühl nie wieder kommen.
Die Supra-Phase wird enden. Dann haben wir alle wieder ganz viel Zeit und Fokus. Ich bin da sehr optimistisch.
Aber ich hoffe darauf das die Visionäre und Träumer die in den letzten Jahren aufgegeben haben irgendwann wieder zurück kommen und Minecraft wieder etwas leben einhauchen. Das Spiel bietet es, wir müssen nur wieder an sein Potential glauben.
Minecraft selbst ist alles andere als Tot. Noch immer ist es eher (je nachdem, wie man es misst) das meistgespielte Spiel überhaupt. Ich habe aber selbst das Gefühl, dass die Java-MP-Szene immer unbekannter wird. Selbst Mojang und MS merken gerade erst, dass es uns gibt.
Die Mode muss sich aber ständig ändern. Dann will man vielleicht statt Minigames auf riesigen Servern vielleicht wieder was familiäres, oder was innovatives, oder was klassisches.
 
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