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Hat Minecraft seinen Charme verloren?

BloodEko

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Ursprünglich habe ich über die Unterschiede zwischen Alpha/Beta/Vollversion nachgedacht, um herauszufinden, wieso sich Minecraft aus meiner Perspektive heute ganz anders als "damals" anfühlt. (als bei Mojang noch andere an der "Macht" waren. ;) )

Die Frage des Thread lässt sich pauschal wohl nicht beantworten.
Daher unterteile ich in verschiedene Unterpunkte und gehe auf diese ein.
Interessant wäre es zu wissen, ob noch mehr Leute ähnliches empfinden.


Community:
Minecraft ist nicht ganz Minecraft. Oder nicht mehr. Während ursprünglich in Java für den PC entwickelt, sind die Spieler mittlerweile über eine Vielzahl von Geräten PC(java, windows10) / Konsole / Mobile verteilt.
Durch unterschiedliche technische Frameworks und Geräte sind diese Plattformen kaum miteinander verbunden und haben leider wenig miteinander zu tun.

Die Java Version als Kern, mit all den Errungenschaften in Form von Texturepacks, Mods & Serverplugins aus der Community spielt eine gefühlt immer untergeordnetere Rolle.

Ursprünglich bekannt geworden als Survival Spiel (z.b. durch Gronkh) entwickeln sich die Spielergruppen eher in die Richtung pures Kreativ oder Action (Minigames, PvP, Bedwards) mit Youtubern wie Paluten, Gomme, Dner, ungespielt, ...
Bungeecord kommt dem Trend hier entgegen.


Gameplay & Grafik:
Lange Zeit habe ich überlegt wieso mir neuere Versionen allgemein "künstlicher" vorkommen.
Dieses Gefühl hatte ich zu Beta-Zeiten nie. Also habe ich Screenshots in verschieden Version gemacht und verglichen:

Beta 1.8(klick) die Grafik ist zwar körnig - gute Ansätze wie eine hohe Standart Sichtweite & ein realistisches ausbleichen entfernter Landschaften haben es leider nicht in die heutigen Versionen geschafft.
Voll 1.7 die Wolken, Horizont & Rendergrenzen sind hart, unschön gezogen, den klassischen Nebel gibt es nicht mehr, ebenso etwas überbelichtet.
Voll 1.10 Nebel gibt es hier zwar, aber so dünn genau am Ende der Sichtweite sieht sehr unnatürlich aus.
Voll 1.13 sattere Kontraste lassen Hoffnung aufkommen - dennoch kein Übergang zum Mapende.

Der Weltgenerator hat ebenso zahlreiche Änderungen durchgemacht, von einem ursprünglich europäischen Terrain zu einem Durcheinander mit steigender Anzahl gegensätzlicher Biome, zudem sehen mittlerweile Landschaften desselben Bioms zum Entsetzen jedes mal gleich aus.

Eine Hippie Map mit Jungle neben Schnee, Wüste, Tannen, Birken ist einfach unausweichlich.
Welches andere Spiel bringt Tropen & schneebedeckte Taiga auf einer Karte unter?
Als Alternativbeispiel, Age of Empires 2 erlaubt es im Generator ein "Theme" zu wählen.

Mit zig verschiedenen Biomen, buntem Glas/Blumen , Lila Endblöcken entfernt sich das Spiel endlos mehr und mehr vom klassichen "Minecraft" Feeling und dementsprechend durcheinander fühlt es sich an zu spielen - insbesondere im Multiplayer Servern wo jeder frei bauen kann.
Z.b. dieser Spieler hat die Wüste erst auf 1 Block geplättet, dann Tannen, Jungle & mehr gepflanzt, einfach weil es geht: BILD

Folgend gibt es stetig mehr "ohne bauen" in Form von Minigames & Spielmodi mit vorgefertigten Karten durch professionelle Bauteams.
Oder eben "jeder kann bauen wie er will"-Kladderadatsch.


Server & Performance:

Wirklich bekannt für seine Performance war Minecraft ja nie. Selbst ganz reguläre Features wie Mobs, Item Frames , Trichter führen in größerer Anzahl bei Client & Server zu Problem. Ein Durchbruch lässt seit Anbeginn auf sich warten.

Effektiver Support von z.b. hohen Sichtweiten, vielen Spielern, vielen Entities, weiterem ist eher reine Fantasie.
Optimierungen, richtige Multicore Nutzung - Fehlanzeige.
Auch gibt es seitens Mojang ja nicht mal eine richtige API um Projekte von Modentwicklern oder z.b. Bukkit/Spigot zu unterstützen.

Die Eula, Ärger mit Bukkit & Änderungen in den Versionen haben genauso Spuren hinterlassen.
30% der Spieler nutzen weiterhin die Vollversion 1.8 um z.b. Änderungen am PvP System aus dem Weg zu gehen (nach 1.8 hat Notch übrigens Mojang verlassen)
Auch sollen bis zu 200 Spieler auf einem 1.8 Server möglich sein.


Fazit:
Entscheidet selbst. :p
 
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EnricoMC

Minecrafter
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EnricoFlippert
hmm, interessant. Ich hätte aber erwartet das mehr Spieler noch in der 1.8 spielen, etwa 40-50%. Sind die 30% von allen Java Spielern oder auch inklusive den Spielern aus der Bedrock edition(Windows 10, Xbox, PE, Playstation) ?

Und ich glaube schon das mehr als 200 Spieler auf einem einzelnen 1.8 Server möglich sind, mit einigen optimierungen :p

Etwas von dem "anders anfühlen" wird wahrscheinlich auch mit dir selber zu tun haben, du hast eine ganz andere sichtweise auf Minecraft je mehr zeit du damit verbracht hast. Das Spiel ist nicht mehr so neu und es gibt nicht mehr so viel zu entdecken weil du schon vieles gesehen hast.
Seit der Beta wirst du dich sicher auch verändert haben ;)
 

JOO200

Braumeister
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Schnee, Wüste, Tannen, Birken ist einfach unausweichlich.
Welches andere Spiel bringt Tropen & schneebedeckte Taiga auf einer Karte unter?
Als Alternativbeispiel, Age of Empires 2 erlaubt es im Generator ein "Theme" zu wählen.
Der Weltengenerator von Minecraft berücksichtigt inzwischen die Temperatur des entsprechenden Bioms, wodurch heiße Biome nicht mehr neben kalten Biomen vorkommen können.

Allgemein glaube ich, dass Minecraft noch jede Menge Potential hat, welches man auch mit aktuellen Versionen ausnutzen kann.

Doch dass ein Spiel wie Minecraft nach so vielen Jahren dem Hype anderer Spiele erliegt, sollte auch erlaubt sein. Irgendwann ist eben ein Spiel nicht mehr aktuell und andere Spiele sind für einige gute Alternativen. Für einen gewissen Kern wird aber wohl Minecraft auch in Zukunft ein großer Zeitvertreib in der Freizeit bleiben.
 

EnricoMC

Minecrafter
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EnricoFlippert
Doch dass ein Spiel wie Minecraft nach so vielen Jahren dem Hype anderer Spiele erliegt, sollte auch erlaubt sein. Irgendwann ist eben ein Spiel nicht mehr aktuell und andere Spiele sind für einige gute Alternativen. Für einen gewissen Kern wird aber wohl Minecraft auch in Zukunft ein großer Zeitvertreib in der Freizeit bleiben.
Stimme ich dir zu! Minecraft ist eindeutlich nicht mehr so populär wie früher es spielen aber immer noch viele Leute (inzwischen auch verteilt auf unterschiedlichen Konsolen, nicht nur PC).

Etwas was mich wohl immer stört ist das heutzutage jeder direkt sagt das ein Spiel stirbt oder tot ist wenn es auch nur ansatzweise nicht mehr so beliebt ist wie am höhepunkt.
Es gibt immer ups and downs, aber ich verstehe nicht wieso jeder dan immer direkt sagt das ein Spiel stirbt. Man kann wirklich jedes Game(Fortnite,LOL,Overwatch,R6,PUBG,etc) bei YouTube eingeben und dahinter "is dying" und es gibt zahlreiche resultate. :ghost:
 

JTK222

Threadripper
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JTK222
Im Grunde waren die Communities bereits immer extrem gespalten, durch die Consolen und co. ist nichts weiter passiert ale einen teil der Communities noch weiter zu spalten. Wobei hiervon nicht alle communities betroffen sind, die Modding Community ist immer noch sie selbst.

Auch gibt es seitens Mojang ja nicht mal eine richtige API um Projekte von Modentwicklern oder z.b. Bukkit/Spigot zu unterstützen.
Klar das MCP ist nix, auch sind die tonnenweise Infos mit denen jederzeit problemlos einen vanilla kompatiblen Client programmieren könnte nix.
Dass sich die Server Community so vehement gegen alle Positiven Änderungen wehrt, ist nicht Mojangs schuld.
Seit der 1.8 versucht Mojang nun von den IDs wegzukommen, und immer noch gibt es Plugins die nicht darauf umgestiegen sind.

Der Punkt ist, immer wenn Mojang irgendwas in diese Richtung macht stoßen sie auf widerstand.
Sie dafür zu beschuldigen ist meiner Meinung nach also eine riesen Frechheit.
 

Chrisliebär❤️

nur echt mit ❤️
Moderator
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Klar das MCP ist nix, auch sind die tonnenweise Infos mit denen jederzeit problemlos einen vanilla kompatiblen Client programmieren könnte nix.
Das ist ein Hack, keine offizielle API. Abgesehen davon, dass Mojang selbst schon erkannt hat dass sie keine API haben (und daher eigentlich mit 1.4 Verbesserung versprachen), hätten sie sich genau so gut mit der Moddingcommunity zusammensetzen können und Forge und co. in den Client integrieren. Aber sie haben es ja nicht mal geschafft Bukkit gescheit zu lizensieren, weshalb einer der Autoren (zu recht) sein Urheberrecht durchgesetzt und Bukkit gekillt hat. Darauf folgten nur noch dumme Sprüche auf Twitter und die Gründung einer Brand-Enforcement Gruppe, die dann auf alle kommerziellen Server losgelassen wurde. Ich vertrete die Meinung, dass diese Server der Moddingcommunity oder der Spielerschaft nicht geschadet haben, aber das möchte ich eigentlich auch gar nicht werten, jedenfalls wurde auch hier nur zerstört, wenig aufgebaut.

Seit der 1.8 versucht Mojang nun von den IDs wegzukommen, und immer noch gibt es Plugins die nicht darauf umgestiegen sind.

Der Punkt ist, immer wenn Mojang irgendwas in diese Richtung macht stoßen sie auf widerstand.
Die Spieler sind bestimmt nicht gegen den Wegfall von IDs, sondern mehrheitlich gegen das neue Kampfsystem, für das es, soweit ich weiß, keine Notwendigkeit gab und das ist leider eine Änderung, die symbolisch für vieles steht, was Mojang gemacht hat. Die Firma hat keine Vision! Minecraft war ein großer Erfolg und viele Updates haben das bestehenden Spiel gut erweitert, aber mir drängt sich sehr stark der Eindruck auf, dass man bei Mojang gar kein Ziel hat, das man aktiv verfolgt und das wird in sehr vielen kleineren Bereichen deutlich, die ich hier selbst nicht alle aufzählen kann. Das Kampfsystem ist sicherlich eines davon, man wollte irgendwas verbessern und hat halt einfach das Kampfsystem überarbeitet.

Es gab aber auch in der Vergangenheit (selbst mit Notch) sehr viele Zeichen, dass man einfach drauf los entwickelt und guckt was dabei raus kommt. Das hat selbst Notch niemals abgestritten, er hatte halt das Glück, dass beim experimentieren ein sehr gutes und kreatives Spiel entstanden ist, aber Mojang hat das erfolgreichste Computerspiel erschaffen und hat trotz all diesem Geld weder weitere Spiele entwickelt, noch Minecraft signifikant erweitert. Ich möchte einfach daran erinnern, dass wir von einer kleinen Firma mit Milliarden reden, bei der Vollzeitentwickler angestellt sind und trotzdem kommen aller paar Monate ein paar wenige Features. Was machen die den ganzen Tag? Es ist ja okay und nachvollziehbar, dass man sich als Firma und auch Mensch anderen Projekten zuwenden soll, aber dann frage ich mich trotzdem, was die Firma Mojang aktuell tut. Alle anderen Spiele, die man angefangen hat, wurden eingestellt.

Auf der anderen Seite muss man natürlich auch Microsoft erwähnen, aber das ist eigentlich ein komplett anderes Feld. Während die Java Version vor sich her dümpelt, scheint mir zumindest die plattformübergreifende Minecraftversion ein Ziel zu haben. Erst kürzlich wurde Crossplay zwischen allen Plattformen (außer PS4) freigeschaltet. Hier geht es natürlich nicht nur um Content für das Spiel sondern auch für das Ökosystem aber es gibt halt eine Entwicklung.

Minecraft ist natürlich nicht tot, aber ich würde auch nicht glauben, dass die Community der Javaversion merklich wächst, woher sollten die neuen Spieler auch kommen? Stillstand bedeutet, dass Spieler abspringen und die Windows 10 Version und andere holen die Kinder schon deutlich früher ab, so dass ich mich frage, ob dadurch nicht auch die neue Generation gar kein Interesse mehr an der Javaversion hat? Dass sich auf Konsolen sehr viele Spieler rumtreiben, die niemals an einem Computer spielen würden ist ja kein Geheimnis.
 

Marlor

Kuhfänger
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Abgesehen davon, dass Mojang selbst schon erkannt hat dass sie keine API haben (und daher eigentlich mit 1.4 Verbesserung versprachen), hätten sie sich genau so gut mit der Moddingcommunity zusammensetzen können und Forge und co. in den Client integrieren.

Und genau das passiert doch gerade.
Von einer offiziellen Schnittstelle die Forge benutzen kann damit es den Client nicht mehr hacken braucht. Kann sich hier noch jemand an das löschen der META-INF erinnern?
Über immer mehr Forge Funktionen die in Vanilla MC landen.
Bis das es den Moddern mit jeder Version leichter gemacht wird.
Umgewöhung und ein wenig mimimi gibt es immer, aber im Endeffekt ist modden aktuell so leicht wie nie.

Dazu kommt das die Modding API nie als Ersatz von Forge gedacht war.
Mit Forge kannst du ALLES in MC ändern, wie soll die Mojang API da rankommen?
Bzw ich kann mir auch nicht vorstellen das Mojang/MS es überhaupt wollen würde.

Man muss auch sagen das die "Modding API" aka Datapacks schon sehr weit gekommen ist.
Eigene Loottables, Rezepte, Strukturen, Advancements und vor allem functions.
Damit kannst du schon einfache Mods/Maps in Vanilla machen. Und diese Tools landen natürlich auch in Forge.
Eigene Strukturen im Mod zb waren ein Krampf, jetzt kannst du sie einfach Ingame aufbauen und in dein Mod kopieren.
 
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