Hintergrundgeschichte siehe
Bild.de
Ich bin ja grundsätzlich sehr tolerant und gebe jedem eine zweite Chance - andernfalls hätte ich nach diesem Absatz nämlich schon nicht mehr weiter gelesen. Wenn du schon die Bild liest, dann verlinke doch zumindest den Spiegel oder gleich die FAZ - das wirkt dann wenigstens seriös.
Trotzdem, die Thematik ist natürlich interessant.
Unser Vorgehen:
- Öffentliche und private Chats werden geloggt und sind dem Team zugänglich.
- Chats werden nach Schlagwörtern durchsucht
- Aktiver Austausch mit den Eltern, ihre Kinder über mögliche Gefahren aufzuklären
Ich finde vor allem den zweiten Punkt sehr wichtig. Gar nicht ausschließlich auf das Thema Gefahren durch Pädophile bezogen, sondern gerade auch, wenn man an Schimpfwörter oder sonstige Aufreibungen denkt.
Wenn man mal konsequent einen Wortfilter füttern würde, der bei Bedarf auch automatisch mutet, könnte man einigen Kids sicherlich gewisse verbale Verhaltensmuster abgewöhnen.
Der Aspekt mit dem Eltern-Austausch: Der wäre, wenn er denn richtig funktionieren würde, sicherlich die effizienteste Waffe. Nur leider stelle ich immer wieder fest, dass die Erzeuger sich heute nur noch herzlich wenig für das Verhalten ihrer Blagen interessieren.
Aktuell gibt es Überlegungen für neue Teammitglieder (alles ab Moderator*in) :
- Polizeiliches Führungszeugnis verlangen
- Basiskurs Pädagogik / Wochenendseminar
So ein Kurs könnte sicherlich helfen, aber ich bezweifle stark, dass ihr das praktisch umsetzen könnt.
Das Führungszeugnis hingegen halte ich praktisch sogar für recht untauglich: Wir haben in Deutschland die Unschuldsvermutung, d.h. jemand ist erst dann schuldig, wenn er von einem Gericht rechtskräftig verurteilt wurde. So ein Verfahren zieht sich grundätzlich über Jahre hin, vor allem, wenn die Beteiligten die Instanzen durchgehen. Und wenn dann einer verurteilt wird, wandert er höchstwahrscheinlich für etliche Jahre mit anschließender Sicherungsverwahrung in den Knast.
So gesehen hilft es dir also am Anfang nicht weiter und später löst sich das Problem dann anderweitig.
Daher kann sowas vorkommen
Es kann natürlich auch immer mal passieren, dass ein Pilot mit einem voll besetzten Airbus in die französischen Alpen fliegt, weil er leider an Depressionen leidet - die Personenvielfalt ist in diesem Beruf eben sehr hoch, das kann sowas vorkommen. Kein Grund zur Aufregung!
Eine Sache wurde mir hier allerdings noch nicht bzw. zu wenig angesprochen.
Wenn so ein Mensch auf Opfersuche gehen, dann spielt sich zwar der erste Kontakt auf eurem Server ab, aber danach wird er relativ schnell auf Skype, ICQ, MSN oder was auch immer ausweichen - eben, weil diese Plattformen kaum überwacht werden und er faktisch nichts zu befürchten hat.
So jemand weiß genau, dass man auf einem Minecraft-Server schon ab Werk die MSGs mitlesen kann, und bei jedem noch so unfähigen Moderator schrillen doch die Alarmglocken, wenn ein 30-jähriger sich mit einem 12-jährigen treffen möchte.
Wollt ihr deshalb alle Ü30er vom Server bannen oder Kontaktverlagerungen auf andere Plattformen gänzlich unterbinden. Das ist alles nicht funktional, sorry.
Man kann den Leuten eben nicht in den Kopf gucken.
Um den Spielspaß zu erhalten, müssen wir uns ab einem gewissen Punkt auf die Spieler (Kinder) bzw, deren Eltern verlassen.
Bevor ich einen Minecraft-Server betreibe, der keinen Spaß macht, nehme ich lieber solche Gefahren in Kauf, zumal sie nun wirklich nicht besonders hoch sind.