Grundsätzlich muss man sich die Frage stellen, was realistisch betrachtet an Struktur nötig und sinnvoll ist. Während bei einem Serverteam mit über 30 Teammitgliedern ein komplexes System mit mehreren Managementebenen sinnvoll und in der Regel auch nötig ist, blockieren sich kleinere Teams nur selber durch unnötige Hirachien. Es macht natürlich durchaus Sinn, längerfristig zu planen, wenn ich allerdings Teams mit 10 Mitgliedern sehe, welche dann einen Owner, Co-Owner, Teamleiter und Bereichsleiter haben schränkt man sich doch selber unnötig ein.
Gerade als Spieler habe ich, um es direkt zu sagen, keine Lust mich erst in das Teamkonzept einzuleßen um zu wissen, wer jetzt für mein Anliegen der Ansprechpartner ist. Die Entfremdung bestimmter üblicher Ränge verschlimmert das Problem dann noch. Wenn ich einen Moderator oder Supporter kontaktiere, erwartet der normale User mindestens First-Level-Support. Wenn ich einen Administrator kontaktiere, erwarte ich dass sich dieser tatsächlich um die Wartung des Servers usw. kümmert und nicht (wie leider auf vielen Servern) nur ein Moderator+ ist und von der Servertechnik keine Ahnung hat.
Bei der Planung der Teamstruktur würde ich wie folgt vorgehen:
1) Man überlegt sich zunächst, welche beständigen Aufgaben es gibt und welche man klar definieren und einzelnen Personen zuteilen kann.
Dabei kann man sich durchaus den üblichen Rängen bedienen, auch aus dem Grudn der nutzerfreundlichkeit. Man sollte aber nicht versuchen, krampfhaft eine Trennung zwischen z. B. Supporter und Moderator festzulegen, wenn es schlicht keinen nenneswerten Anlass dazu gibt. Allgemein kann man darüber Diskutieren, ob Posten nur für den Support von Spielern in der Aufbauphase erforderlich sind oder ob das nicht die anderen Teammitlieder zunächst übernehmen können.
2) Nun sollte man sich Gedanken über die Führung machen. Es mag zwar durchaus stimmen, dass zusätzliche Ränge für die Motivation förderlich sind. Dennoch sollte sich ein junges und kleines Serverteam auch hier die Frage stellen, wie viele Führungsebenen überhaupt notwendig sind. Grundsätzlich reicht zu Beginn eines Projektes mit Mitgliedern im einsteligen Bereich auch eine einfache Hirachie wie Projektleiter (+ggf. Stellvertretrer) und Projektmitglieder vollkommen aus. Darüber hinaus hängt es davon ab, ob man eine zentrale oder dezentrale Managementpolitik betreiben will. Bei einer dezentralen Führung ("Management my Delegtation") werden mehrere Fachbereiche geschaffen, welche im Rahmen ihrer Aufgaben weitgehend autonom arbeiten, übergreifende Entscheidungen werden in gemeinsamer Absprache und ggf. der des Projektleiters getroffen. Aber eben auch ein direktes/zentrales Management kann erfolgreich sein, gerade wenn die Führungskräfte entsprechend Vielseitig sind. Über die Vor- und Nachteile könnte man ewig schreiben, wichtig ist hier einfach, dass auch hier die Frage nach dem tatsächlichen Zweck im Vordergrund stehen muss.
3) Nachdem alle zweckmäßigen Stellen geschaffen sind und sich das System bewährt hat, kann man über die Erweiterung des aktuellen Konzepte in Anbetracht größer werdenden Teams nachdenken, wobei auch Sachen wie Aufstiegschancen usw. miteinbezogen werden können. Wenn ein Serverteam, welches beispielsweise bisher nur Architekten, Entwickler und zwei Administratoren hatte zunehmend Richtung Release geht oder anderweitig Verwaltungsaufwand ersichtlich wird, könnte hier problemlos der Zweig Moderation geschaffen werden. Oder wenn ein urspünglich fünf Personen Team sich langsam zu einem mit 15 Mitgliedern erweitert, könnte mir die Einführung eines mittleren Management mit Bereichsleitern usw. nachdenken. Wenn die ersten beiden Punkte nicht beachtet wurden, kommt spätestens hier das Problem auf, dass man praktisch das komplette Konzept neu umstellen und viele Personen neu zuordnen müsste.
Sich solche Managmentfragen zu stellen erscheint anfangs vielen vielleicht unnötig, spätestens wenn aber das Team entsprechenden Zuwachs hat oder die Umstände eine Änderung der Aufgaben erfordern, machen sich Fehler in der Planung bemerkbar. Mangelhaft vorbereitet (sowohl zu durchplant als auch zu ungenau) kann dann schnell eine komplette Umstellung erforderlich sein. Dies wiederrum kann die Arbeit des Teams tagelang blockieren und im schlimmsten Fall sogar zu dem Verlust von Mitgliedern führen, welche durch eine nötige Umstellung Entscheidungsgewalt verlieren.
Wie bereits erwähnt können komplexe Systeme mit drei oder mehreren Hirachieebenen durchaus sinnvoll sein, aber eben nur wenn die Aufgabenverteilung und Mitgliederzahl dies hergibt. Wozu braucht bitteschön ein neuer Server Helfer, Supporter, Moderator, Senior Moderator und Head-Moderator? In aller Regel reich hier ein gewöhnlicher Moderatorrang und ggf. einen Bereichsleiter vollkommen aus. Auch braucht man keine eigenen Ränge für Inneneinrichter, Terraformer usw. Hier ist ebenfalls ein einfacher Builder/Architektenrang ausreichend, und anstelle einschränkender Spezialisierungen tut einfach derjenige das bevorzugt, indem er gut ist.
Im Idealfalll gibt der Rang verständlich für jeden an, was die groben Aufgaben des jeweiligen Teammitgliedes sind, ohne es dabei in der Umsetzung einzuschränken.
Ich glaube für viele ist das einfach eine Prestige Sache. Wie der dicke Firmenwagen, das teure Handy oder...
Das ist leider der ausschlaggebende Punkt, weshalb sich viele Serverteams in unnötig komplexe Bürrokratien verstricken, anstelle die Zeit für sinnvollere Arbeit zu nutzen.