Da es hier wohl noch ein paar offene Fragen gibt, werde ich mich nun hier auch nochmal zu dem Thema äußern.
Ich bin der Gründer und Leiter von Aternos und auch derjenige, der nachts um 3 den Angriff bemerkte.
Dass ein solcher Angriff überhaupt möglich war, ist natürlich einer Reihe von Fehlern unsererseits geschuldet. Dafür können wir uns nur entschuldigen, Fehler passieren, wir können sie nicht ungeschehen machen, nur daraus lernen und das haben wir getan.
Bevor ich hier näher auf diese Fehler eingehe, sollte man vielleicht verstehen, wer wir sind. Wir sind keine professionelle Firma sondern eine Gruppe Schüler/Azubis, die Aternos aus Spaß gestartet haben und auch heute noch viele viele Stunden unserer Freizeit dafür opfern obwohl keiner von uns Geld damit verdient. Wir sind auch sicherlich keine Top Experten und lernen auch immer wieder dazu.
Nun zum Thema Windows: Klar ist Windows ein bescheidenes Betriebssystem mit vielen Problemen, aber wer von uns hat nicht aus Bequemlichkeit, zum Zocken oder aus welchen Gründen auch immer Windows benutzt oder benutzt es immer noch. So war es auch bei uns, auf unseren privaten Rechnern. Auf unseren Servern kam Windows nie in irgendeiner Form zum Einsatz. Dass sich möglicherweise ein Virus o.ä. auf einen Rechner eingeschlichen hat ist auch nur eine Vermutung und nicht abschließend geklärt. Wir alle haben unverzüglich unsere PCs platt gemacht und nutzen nun ausschließlich Linux.
Ein weiterer großer wunder Punkt und wohl der massivste Fehler war es kritische für den Betrieb notwendige Zugangsdaten im Git Repository zu hinterlegen. Dieses wurde geknackt und dadurch war es den Angreifern möglich auf gewisse Teile unserer Infrastruktur zuzugreifen. Natürlich haben wir auch aus diesem Fehler gelernt.
Zusätzlich zum Beheben der Fehler, die die Angreifer ausgenutzt haben, haben wir auch diverse Maßnahmen ergriffen um unsere Infrastruktur insgesamt besser zu schützen. Ich denke es ist klar, dass ich hier nicht darauf eingehen werde, was wir wie getan haben, allerdings waren wir nach dem Angriff 3 Tage lang down, in denen wir sämtliche Systeme neuaufgesetzt haben und unser System umstrukturiert haben.
Worüber man sicherlich diskutieren kann ist unsere Kommunikationspolitik bezüglich des Angriffs. Wer Aternos aktiv genutzt hat, wird über Twitter erfahren haben, was passiert ist (Unser @AternosStatus Account ist auf unserer Offlineseite eingebunden). Sicherlich ist es aus Usersicht nicht ganz verständlich, warum wir unsere User nicht per E-Mail benachrichtigt haben, allerdings muss man dabei ein paar Punkte beachten. Zunächst verschickt man nicht mal eben über eine Millionen E-Mails. Sowas kostet eine Menge Zeit und vor allem Geld. Wir waren gerade 3 Tage lang down, was vor allem an einem Wochenende im kurzen Monat Februar nicht optimal für unsere Einnahmen ist. Und unsere Rechnungen werden nicht kleiner, nur weil wir angegriffen wurden. Dementsprechend mussten wir gucken, dass wir sparen, wo wir können. Unabhängig davon hätten wir wahrscheinlich unfassbar viele E-Mails und Tickets bekommen, die wir niemals hätten beantworten können, was sicherlich viele User verärgert hätte. Wir sind nur ein kleines Team und hatten grade alle Hände voll zu tun den Betrieb und das Überleben von Aternos sicherzustellen. Auch nicht zu Missachten ist natürlich der Imageschaden, den eine solche Aktion möglicherweise mit sich gebracht hätte. Klar hätten wir das sicherlich verdient und es wäre auch berechtigt gewesen, aber vermutlich hätte Aternos das nicht überlebt. Und wer will schon, dass Hacker erfolgreich ein solches Projekt zerstören?
Noch kurz ein paar Worte zu den entwendeten Daten, speziell zu den "IPs". Es gab zwar IPs in der Datenbank, allerdings stammen diese noch aus der Anfangszeit von Aternos, aus den ersten paar Monaten, in denen wir tatsächlich noch richtige IPs gespeichert haben. Seitdem wir Cloudflare nutzen (2013) ist keine User IP mehr in unser Datenbank zu finden. Ein DDoS Angriff auf deine private IP durch unsere Datenbank ist also mehr als unwahrscheinlich. Selbst wenn deine IP bei uns stehen würde, glaube ich kaum, dass ein Hacker Interesse daran hätte dich anzugreifen.
Ich hoffe, dass ich hier einige Fragen klären konnte und dass vielleicht dem ein oder anderen jetzt klarer ist, wie es dazu kommen konnte und warum wir so gehandelt haben, wie wir gehandelt haben. Selbstverständlich ist es nicht schön was passiert ist und wir können uns nur dafür entschuldigen, niemand kann das ungeschehen machen. Und ich wünsche keinem hier, dass sie miterleben müssen, wie jemand versucht zu zerstören, was man über Jahre hinweg aufgebaut hat. Wir sind sehr froh, dass wir jetzt, einige Monate nach dem Angriff, sagen können, dass wir alles gut überstanden haben und so sicher und stabil laufen, wie nie zuvor, was dafür spricht, dass wir die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment getroffen haben.