Also ich kann den (positiven) Gedanken dahinter wirklich verstehen, jedoch wird das ganze in der Praxis nicht funktionieren. Ich hole mal ganz weit aus, und behaupte, dass ein Großteil der Serverbetreiber selbst noch Minderjährig sind. Diese werden weder in der Lage sein, ein Polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen, und auch nicht die Möglichkeit haben jedes Wochenende ein Seminar zu besuchen. Als ich das ganze gelesen habe, kam es mir eher so rüber, als würde man sich auf den Beruf des Lehrers bewerben. Die Aufgabe, den Kindern richtige Werte zu vermitteln, die Kinder zu erziehen und sie über Gefahren aufzuklären sollten andere Personen/Ämtern übernommen werden. Das größte Problem ist jedoch, dass die Eltern meist selber nicht in der Lage sind, ihre Kinder aufzuklären - da die Kinder meist mehr Ahnung haben als die Eltern. Die Eltern wissen vielleicht, wie man Emails schreibt und wie man den Browser öffnet, aber mehr darüber können die meisten nicht. Genau wie die Diskussion, dass Eltern dafür verantwortlich sind, ihren Kindern die "wirklich wichtigen Sachen" im Leben (Kredite, Sozialversicherung, Beruf, Leben und Finanzen) zu vermitteln. Das mag stimmen, wird nur bei einer Familie, die (ein Leben lang) Hartz IV bezieht / beziehen wird niemals etwas vermittelt werden können, wenn man es selber nicht weiß.
Ich möchte im Endeffekt darauf abziehlen, dass die Eltern in ihrer Pflicht versagen - und das haufenweise. Der Vorwurf sollte also nicht den Serverbetreibern vorgehalten werden sondern den Eltern. Nur wird sich so nichts ändern, wenn wir nur Vorwürfe machen. Natürlich hat ein Minecraftserver eine gewisse Verantwortung, aber diese braucht kein Pädagogikseminar und auch kein Führungszeugnis. Denn wenn die Verantwortung der Eltern wahrgenommen werden würde, dann würde so etwas gar nicht passieren - da würde kein Kind irgendwelche Daten auf Anfrage im Internet offenlegen und den Wohnort verraten. Da hilft auch kein Satz im Steam-Chat "Verraten Sie nicht Ihr Passwort", die Leute kriegen das trotzdem hin. Ein "Internet-Knigge" gibt es ja im Endeffekt schon. Ich nenne diese einfach gesunden Menschenverstand, und allgemeine Verhaltensregeln - aber die bekommt eben auch nicht jeder vermittelt oder besitzt ihn schlichtweg noch nicht.
Ich bin so wieso der allgemeinen Auffassung, das Jugendschutz im Internet gar nicht wirklich funktionieren kann. Es wird zwar alles unternommen, aber der Fokus wird eher auf etwas anderes gesetzt. Da finde ich die ganzen Pädophilen auf YouNow, wo kleine Kinder mit wenigen Klicks einen eigenen Stream starten können, viel bedrohlicher als einen Minecraftserver.