Les bitte nochmal meinen zweiten Beitrag, den ich danach gepostet hab, nur weil den Server oder Client in einem Server/Client Model neu implementierst unterliegst du nicht den Bedingungen des Gegenstücks, dazu gibt es gleich mehrere Urteile im Rahmen von Reverse Engeneering. Um nochmal das einfache Beispiel zu verwenden: Schau dir OpenOffice an, das enthält unter anderem eine Implementierung von Microsofts Word Format und ist in der Lage sowohl .doc Dateien zu öffnen als auch zu speichern, eine Datei ist an der Stelle vergleichbar mit dem Minecraftprotokoll, das macht keinen unterschied, wenn du so willst ist das einfach nur eine Datei, die über das Internet übertragen wird. Ich nehm an du wirst mir zustimmen, dass OpenOffice Nutzer sich nicht an die EULA von MS Office halten müssen?Da ist nichts willkürlich. Mojangsoft sperrt alle Angebote, die sich nicht an ihre EULA halten davon aus ihre Plattform zu nutzen. Es hindert ja niemanden die Betreiber von reinen Open Source Servern daran einen eigenen Client der Unabhängig der von Mojangstoft betriebenen und entwickelten Angebote funktioniert anzubieten. Solange sie jedoch auf dem von Mojangsoft angebotenen Launcher und Spiel sowie deren Minecraft-Protokoll arbeiten müssen sie damit leben, dass es Regeln gibt, die sie zu akzeptieren haben.
Ergo: Solange du das Spiel Minecraft brauchst, um einen rein Open Source Server zu nutzen, unterliegt auch dieser der Mojangsoft EULA, denn Mojangsoft stellt die Plattform bereit über die das Spiel genutzt werden kann.
Genau genommen ist alles erlaubt was du machen kannst ohne die geschützte Software zu besitzen. Also im Falle von Minecraft z.B. ist das Protokoll inzwischen durch reverse Engeneering offen. Wenn nun ein Entwickler diese textuelle Beschreibung des Protokolls verwendet und damit einen eigenen Server oder Clienten zu bauen, dann ist das Ergebnis hiervon 100% unabhängig vom Werk, das es nachahmt. Beachte hierbei nochmals, dass der Entwickler hierfür niemals IP von Mojang benutzen muss. Das implementieren fremder Protokolle ist wie gesagt in Deutschland legal und wird außerhalb auch oft gerne so gemacht, dass man zwei getrennte Personen hat, wobei eine das Protokoll mit reverse Engeneering analysiert und dokumentiert (was im Rahmen der Freiheit der Wissenschaft fast überall legal ist) und eine andere Person dann diese Informationen nutzt um eine eigene Implementierung zu schreiben. Hierbei wird dann ein sauberer Rahmen geschaffen in dem der Implementierende Entwickler keine rechtliche Bindung an den Hersteller der Originalsoftware hat.
Die Tatsache dass der Vanilla Client sich mit einem Open Source Server verbindet hat nur damit zu tun, dass der Server das gleiche Protokoll unterstützt, und das ist wie ich oben dargelegt habe rechtlich problemlos möglich. Dass der Vanilla Client als einzige Software in Frage kommt um sich mit dem Server zu verbinden ist auch egal. Das sind halt rechtliche Kniffe.
Oder um das nochmal anderst zu erläutern, stell dir vor ich entwickle jetzt einen Server mit einem eigenen Protokoll, der z.B. einfach nur "Hallo" ausgibt. Du stimmst mir zu, dass ich damit machen kann was ich will, oder? Nun stellen wir uns vor Mojang würde in den Client ein Feature einbauen was es erlaubt sich mit meinem kleinen Serverprogramm zu verbinden. Nach deiner Auslegung unterläge nun mein Server Mojangs EULA, weil der Client sich mit meinem Server verbinden kann? Merkst du nicht selbst wie abstruß das wäre, wenn durch das nachträgliche hinzufügen meines Protokolls in den Minecraftclient plötzlich meine eigenen Software von der EULA betroffen wird?
Und dann noch zu deinem letzten Absatz: Du brauchst keinen Client um den Server zu nutzen, der Server läuft ohne Client. Glowstone braucht keine Daten aus dem Minecraft Client oder Server. Ohne dass man sich mit einem Clienten darauf verbindet macht der Server zugegeben wenig Sinn, aber es interessiert an der Stelle nicht ob das ganze Sinn macht, wichtig ist dass der Server ohne Mojang IP auskommt.
Was Mojang hier also eigentlich macht ist ein Vendor Lock-in der es dir unter anderem verbietet dich mit Servernsoftware zu verbinden, die Mojang nicht gefällt. Dürfen sie das? Klar. Aber das ist genau so als ob WhatsApp Nachrichten blockieren würde, die "Telegram" enthalten. (Und Fun Fact: Das tun sie sogar teilweise)